WhistleblowerSnowden würde sich unter Bedingungen den USA stellen

Edward Snowden ist nach Worten seines Vaters zu einer Rückkehr in die USA bereit. Sein Sohn würde einen Prozess akzeptieren, wenn er nicht sofort ins Gefängnis müsste.

Auf einer Pressekonferenz in Hongkong

Auf einer Pressekonferenz in Hongkong  |  © AP Photo/Kin Cheung

Der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist nach Angaben seines Vaters unter bestimmten Bedingungen zur Rückkehr in die USA bereit. Wenn sein Sohn bis zum Beginn des Prozesses nicht ins Gefängnis müsse und den Gerichtsort selbst wählen könne, sei er zuversichtlich, dass sich der 30-Jährige den US-Behörden stellen werde, sagte Snowdens Vater dem Fernsehsender NBC

Die USA beschuldigen den IT-Spezialisten des Geheimnisverrats und der Spionage, weil er umfangreiche Spähaktivitäten amerikanischer und britischer Geheimdienste enthüllt hat.

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NBC berichtete, Snowdens Vater wolle sich noch im Laufe des Tages schriftlich an US-Justizminister Eric Holder wenden, um ihn über die Bedingungen seines Sohnes zu informieren. Der flüchtige Exmitarbeiter des Geheimdienstes NSA hält sich nach russischen Angaben seit Sonntag im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf und bemüht sich um politisches Asyl in Ecuador. Vor seinem Flug nach Russland war Snowden nach Hongkong geflohen. Eine Weiterreise von Moskau nach Quito ist aber vor allem wegen seines von den US-Behörden ungültig gemachten Reisepasses schwierig.

Snowdens Vater äußerte die Sorge, sein Sohn werde von anderen Personen, darunter Mitgliedern von WikiLeaks, manipuliert. Die Enthüllungsplattform unterstützt den Computer-Experten nach eigenen Angaben bei dessen Flucht.

Die Regierung in Moskau wirft den USA vor, die russischen Behörden zu spät darüber informiert zu haben, dass der Reisepass Snowdens ungültig gemacht wurde. Damit hätten die US-Behörden Russland "bewusst in eine Zwickmühle gebracht", sagte ein Regierungsvertreter. Hätten die russischen Behörden von dem ungültigen Pass gewusst, "wäre Herr Snowden vermutlich nicht nach Moskau geflogen, und diese ganze Sache wäre nie passiert".

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Leserkommentare
  1. Snowden sollte sich verstecken, solange es geht. Wenn "die" ihn erstmal in den Fingern haben, ist er erledigt.

    30 Leserempfehlungen
    • Vibert
    • 28. Juni 2013 15:31 Uhr

    Diese "Saga" wird immer bizarrer.
    Man dürfte doch annehmen, dass er den amerikanischen Justizapparat kennt.
    Er nennt Bedingungen für seine Rückkehr?
    Der Mann ist doch schon vorverurteilt.
    Der kriegt im besten Fall lebenslänglich.
    Lieber Mr Snowden, wenn Du einen Funken Verstand hast, bleib den USA so lange fern wie nur möglich. Die USA werden es nähmlich zu verhindern wissen, dass Du als "Märtyrer" in die Geschichte eingehst.

    23 Leserempfehlungen
  2. Der Vater der leider gar keinen Kontakt mehr zu seinen Sohn seit April hatte nennt jetzt die genauen Details und Bedingungen unter denen der Sohn bereit ist zurückzukommen?

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    Emails und andere Kommunikationswege ermöglichen sekundenschnellen Austausch von jetzt auf gleich. Zu verschleiern wo er sich aufhält dürfte für ihn auch ein leichtes sein.

  3. Er hat sicher das Martyrium von Bradley Manning vor Augen gehabt, als er sich abgesetzt hat.

    Jetzt muss Snowden durchziehen, wenn er nicht in den Fängen seiner Landsleute landen will.

    Es ist natürlich allzu verständlich, dass der Vater verzweifelt ist und versucht seinen Sohn zu retten. Ob er ihm mit dieser Aktion einen Gefallen tut, bezweifele ich. Aber man wird sehen.

    Das Europa nur Dumm dasteht und zuschaut, ist erbärmlich. Demokratie? Bürgerrechte? Nur bei Sonntagsreden.

    Selbst die Schweiz ist von den USA so sturmreif geschossen worden, dass auch sie kein Zufluchtsort mehr darstellt.

    18 Leserempfehlungen
  4. Mit einer Rückkehr würde er den Kritikern den Boden entziehen.

    Ein moralischer Märtyrer und kein feiger Verräter, wie man ihn in den USA bereits zu denunzieren versucht.. wow, das wird immer beeindruckender!

    Zudem mag er erkannt oder schon immer gewusst haben, dass ein Leben auf der Flucht vor den mächtigsten Geheimdiensten keine Freiheit bedeuten kann.

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    ...dass ein Leben auf der Flucht vor den mächtigsten Geheimdiensten keine Freiheit bedeuten kann."

    Finden Sie, dass die "Freiheit", wie Manning sie momentan genießt, erstrebenswerter ist?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese strunzdummen Ankündigungen von Snowden selbst kommen.
    Wahrscheinlich hat die CIA Snowdens Vater in der Mangel gehabt...

  5. Seine Chancen in "Freiheit" zu leben sind sicherlich höher, wenn er versucht sich dem Zugriff der USA so lange wie möglich zu entziehen. Wenn er zurück geht, hat er schon verloren.

    9 Leserempfehlungen
  6. Wenn er wenigstens eine WG mit Bradley und Julian in der Karibik fordern
    würde. Die Army würde das schon finanzieren. Da werden ja demnächst einige
    Appartements frei.

    Eine Leserempfehlung
  7. Die rechtlichen Kapriolen sind schon putzig. Da scheitert es nun angeblich an einem ungültigen Reisepass, ein zentral-elementares Element der dreifaltigen Abfertigung. Es ist ja höchst verwunderlich, dass Snowden nicht schon sofort zu Staub zerfiel, als sein Reisepass von den USA annulliert wurde.

    Russland hat noch vor wenigen Tagen große Töne gespuckt, die unmissverständlich als Einladung aufgefasst werden konnten. "Aber wenn wir gewusst hätten, dass der Staatsfeind Nr. 1+ auf einmal ohne gültigen Pass bei uns aufkreuzt, dann hätten wir natürlich, also wirklich ..."

    Was bleibt nun? Edward könnte seine amerikanische Staatsangehörigkeit formal aufkündigen (etwa genauso bekloppt wie das Pass-weg-du-weg-Spiel) und als Staatenloser andere rechtliche Hütchenspielertricks zur Anwendung bringen. Russland könnte ihm Asyl gewähren, was er ja eigentlich gar nicht will - und worüber Russland wohl etwas gekränkt ist.

    "Nur wir haben den echten lupenreinen Demokraten, den wir ihn Amtszeit um Amtszeit an unserer Verfassung vorbei mogeln, auf dass er unser schönes Land wieder in die Diktatur führe, die ihr von Geschichts wegen zusteht. Herr Snowden sollte einsehen, dass er das beste einzige mächtigste Land erreicht hat, das dem Imperialismus der USA noch Halali bieten kann."

    Der Machtpoker hat begonnen. Die Einsätze bitte.
    Ich setze Ecuador und die Uckermark.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, zz
  • Schlagworte Edward Snowden | Asyl | Geheimdienst | Spionage | USA | WikiLeaks
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