Smog Luftverschmutzung tötet Millionen Menschen

Laut US-Forschern sind Staubpartikel verantwortlich für Lungenschäden und Krebs. Aber auch zu viel Ozon ist ungesund. Asien ist besonders betroffen.

Mehr als zwei Millionen Menschen sterben weltweit jedes Jahr an den Folgen der Luftverschmutzung. Das berichten amerikanische Forscher in den Environmental Research Letters. Die bei Weitem wichtigste Ursache dafür seien feine Staubpartikel, die zu Lungenschäden und Krebs führen können.   

Diese Staubpartikel seien insgesamt für etwa 2,1 Millionen Todesfälle verantwortlich, schreibt die Universität von North Carolina in Chapel Hill (USA) mit Verweis auf die Studie. Daneben sterben jedes Jahr etwa 470.000 Menschen an den Folgen hoher Ozon-Konzentrationen. "Unsere Studie zeigt, dass Luftverschmutzung im Freien eines der größten Umweltrisiken ist", sagte Mitautor Jason West. Besonders viele dieser Todesfälle gebe es in Süd- und Ostasien, wo die Bevölkerungsdichte hoch und die Luft stark verschmutzt sei. In Städten wie Peking, Neu-Delhi und Singapur entsteht immer wieder Smog. 

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Auch steigende Temperaturen beeinflussen die Umwelt in vielfacher Weise, so können Schadstoffwirkungen zunehmen, stärkerer Regen etwa aber auch die Zeit verkürzen, in der die Stoffe in der Luft bleiben.

Vergleich von Modellrechnungen

Die Forscher um Jason West und Raquel Silva hatten die Daten von 14 Modellrechnungen zu den Auswirkungen von Ozon und sechs Modellen zu Feinstaubpartikeln verglichen und mit epidemiologischen Modellen kombiniert.  

Die Lebenserwartung verringere sich mit einer zusätzlichen Belastung von 100 Mikrogramm Staubteilchen pro Kubikmeter Luft im Durchschnitt um drei Jahre, hatte erst vor wenigen Tagen ein internationales Team berichtet, das Daten aus China analysiert hatte. Das sei fünfmal mehr als konventionelle Berechnungen ergeben hätten, schreiben die Forscher im Fachjournal PNAS.

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Leserkommentare
    • Wombel
    • 12. Juli 2013 7:23 Uhr

    Die UNO erwartet mit Stand 2010 bei mittlerer Projektion bis 2025 8,17 Milliarden und bis 2100 10,9 Milliarden Menschen.

    Eine verlängerung der Lebenszeit kann nur bei anpassung der Reproduktionsrate geschehen, oder anders gesagt wenn wir nicht bereit sind Platz zu machen haben unsere Kinder auch keine gute Zukunft.

    2 Leserempfehlungen
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    • Quas
    • 12. Juli 2013 8:11 Uhr

    Natürlich ist Krankheit und Tod im individuellen Fall etwas tragisches und man ist daran interessiert, dass es den lebenden Menschen gut geht. Über allem steht aber das Wohl der Menschheit und der Zustand unseres Schiffs, dem Planeten Erde.
    So grausam das klingt aber dazu gehört es, nein es ist sogar zwingend notwendig, dass Menschen sterben. Wir sind zu viele, werden nicht weniger und hören nicht auf Uns zu vermehren.

    Die Frage ist, ob man sachlich oder emotional an dieses Thema heran geht. Ich bevorzuge die realistische Sichtweise.

    mit welcher Non-Chalance Sie das sehen. Wenn Sie selber, oder ihre Eltern, mit Krebs im Krankenhaus liegen, vielleicht ändert sich Ihre Meinung dann. Oder sollen wir gleich alle medizinische Forschung einstellen, weil Sterben ja schön ist, und weil wir "Platz machen müssen" für die nächste Generation?

    Dass Feinstaub und Luftverschmutzung schädlich sind, ist klar. Dass sie noch schâdlicher sind als bisher gedacht, ist eine wichtige Erkenntnis dieser Studie.

    • vonDü
    • 12. Juli 2013 7:44 Uhr

    um die Thesen über die Gefahren des passiven Zigarettenrauchs anzugreifen.

    Ansonsten bin ich, wie immer bei solchen Studien, sehr skeptisch. Es gibt Studien über Todesfälle durch Mangel-, und Fehlernährung, durch Luftverschmutzung, durch Arbeitsstress und dutzende Ursachen mehr, und jede Gruppe reklamiert ihren Forschungsgegenstand als ursächlich für eine bestimmte Zahl Todesfälle.

    Angesichts der vielen tödlichen Gefahren, die das Leben der Industriegesellschaft mit sich bringt, ist es jedoch unseriös bei den Opferzahlen von einer simplen und monokausalen Erklärung auszugehen, wie es die meisten Studien machen. Die Menschheit insgesamt vermehrt sich trotzdem exponentiell weiter und wird immer älter.

    Ob wir trotz der besten Bedingungen aller Zeiten, heute glücklicher leben als unsere Vorfahren, bezweifele ich manchmal wenn ich die vielen Studien und Artikel lese, mit denen uns ständig Angst gemacht wird und das Leben vermiest wird.

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    • Quas
    • 12. Juli 2013 8:11 Uhr

    Natürlich ist Krankheit und Tod im individuellen Fall etwas tragisches und man ist daran interessiert, dass es den lebenden Menschen gut geht. Über allem steht aber das Wohl der Menschheit und der Zustand unseres Schiffs, dem Planeten Erde.
    So grausam das klingt aber dazu gehört es, nein es ist sogar zwingend notwendig, dass Menschen sterben. Wir sind zu viele, werden nicht weniger und hören nicht auf Uns zu vermehren.

    Die Frage ist, ob man sachlich oder emotional an dieses Thema heran geht. Ich bevorzuge die realistische Sichtweise.

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  1. Das ist wieder mal Mittel zum Zweck. Hier in Europa ist es CO2 und in China Staubpartikel und Ozon oder was sonst so den USA einfällt. Aber keine guckt was die Freunde in den USA wirklich dadurch erreichen wollen. Es ist nämlich die Abschaffung der Industrie, die auf der Agenda 21 schon fest steht. Ohne die Industrie können Meschen in dieser Masse nicht überleben, das ist auch der Zweck des ganzen.

    Nach dem gesunden Menschenverstand sollte man alle deindustrialisierten Staaten wieder industrialisieren, sonst gibt es kein Überleben mehr.

  2. Der Mensch denkt nicht weit genug voraus er vergeutet alle Resourcen wie z.B Erdöl,Kohle und viele mehr die die nachfolgenden Genarationen eventuel für etwas anderes gebrauchen.
    Zudem rodet er alle Wälder ab die das Co2 absorbieren sollten, laut einer Studie hat der Planet wenn alle Wälder abgeholzt sind noch für ca. 1 mio. Jahre Sauerstoff.
    Ich würde es gut finden wenn überall wo der Platz es zulässt neue Bäume gepflanzt werden um für ein besseres Klima zu sorgen.

    Ich freue mich auf ein Gewitter danach kann man endlich wieder einmal tief Luft holen wenn die Luft wieder sauber ist.

  3. besonders abschreckendes Beispiel verweist, dann sollte man auch mal betrachten, wie es früher dort war. Das Land war bitterarm, von Kolonialmächten ausgebeutet. Die Lebenserwartung war gering, medizinische Versorgung und Bildung für breite Massen weitgehend unbekannt. Menschen starben wie Fliegen. Hätte China auf eine wirtschaftliche Entwicklung zugunsten reiner Luft verzichtet, würden allein dort weit mehr als zwei Millionen Menschen jährlich an den Folgen der Unterentwicklung sterben.
    Wenn man es so betrachtet, sieht die Bilanz ganz anders aus. Auch wenn der Preis hoch scheint, kann China stolz sein auf das, was seit dem Ende der Mao-Diktatur geleistet wurde.

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    Selbstverständlich kann China stolz sein, was es erreicht hat. Ich finde es auch etwas absurd, dass unsere westlichen Industrie-Nationen, um uns den heutigen Wohlstand zu ermöglichen, 100 Jahre lang die Erde "ausgebeutet und verpestet" haben und jetzt China und Indien vorschreiben wollen, "nein, ihr dürft das nicht"!

    China wird selber dahinter kommen, dass saubere Luft und Umweltschutz auch ein erstrebenswertes GUT sind. Aber es ist ein LUXUS-GUT. Bis dahin wird noch viel Zeit vergehen, denn grosse Teile der ländlichen Bevölkerung Chinas leben auch heute noch in bitterster Armut.

  4. mit welcher Non-Chalance Sie das sehen. Wenn Sie selber, oder ihre Eltern, mit Krebs im Krankenhaus liegen, vielleicht ändert sich Ihre Meinung dann. Oder sollen wir gleich alle medizinische Forschung einstellen, weil Sterben ja schön ist, und weil wir "Platz machen müssen" für die nächste Generation?

    Dass Feinstaub und Luftverschmutzung schädlich sind, ist klar. Dass sie noch schâdlicher sind als bisher gedacht, ist eine wichtige Erkenntnis dieser Studie.

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    Es vergeht keine Woche in der nicht in irgendeiner "Studie" vor irgendetwas gewarnt wird. So lassen sich Menschen eben bestens ablenken und kontrollieren - mit latenter Panikmache... Und die "Experten" kassieren Gelder für sinnlose und/oder vorgegebener Studienergebnisse.

  5. Selbstverständlich kann China stolz sein, was es erreicht hat. Ich finde es auch etwas absurd, dass unsere westlichen Industrie-Nationen, um uns den heutigen Wohlstand zu ermöglichen, 100 Jahre lang die Erde "ausgebeutet und verpestet" haben und jetzt China und Indien vorschreiben wollen, "nein, ihr dürft das nicht"!

    China wird selber dahinter kommen, dass saubere Luft und Umweltschutz auch ein erstrebenswertes GUT sind. Aber es ist ein LUXUS-GUT. Bis dahin wird noch viel Zeit vergehen, denn grosse Teile der ländlichen Bevölkerung Chinas leben auch heute noch in bitterster Armut.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, hs
  • Schlagworte Krebs | Luftverschmutzung | Ostasien | Smog | Umwelt | China
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