Nächtliche Unwetter mit starken Gewittern und Orkanböen sind über den Süden und Osten Deutschlands gezogen. Über Berlin entlud sich gegen Mitternacht ein Sommergewitter, das der Feuerwehr einen stundenlangen Ausnahmezustand bescherte. "In der Nacht mussten wir alleine in der Zeit von 22.05 bis 0.35 Uhr rund 180 Mal ausrücken", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. "Vollgelaufene Keller mussten leergepumpt, umgestürzte Bäume zersägt und überflutete Straßen entwässert werden." Etliche Autos wurden durch herabfallende Äste beschädigt. Verletzt wurde aber niemand.

In Bayern krachte es besonders häufig. In Feldkirchen setzte ein Blitz einen Bauernhof in Brand. Etwa 250 Ferkel kamen nach Angaben der Polizei in den Flammen um. In Regensburg schlug ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein. Im Stadtteil Oberisling stürzte ein Baum auf eine Hochspannungsleitung und löste Funkenflug aus. Allein in der Oberpfalz zählten die Retter am Dienstagabend 130 unwetterbedingte Notrufe.

Wegen des Unwetters war auch der Bahn- und Luftverkehr stark eingeschränkt. Zehntausende Reisende steckten auf Bahnhöfen fest oder wurden umgeleitet, was zu langen Verspätungen führte. Auf zahlreichen Bahnstrecken gab es durch Blitzeinschläge, heftige Sturmböen und entwurzelte Bäume Behinderungen. Alle Fernstrecken von und nach Frankfurt am Main sowie der Abschnitt Nürnberg-Leipzig der ICE-Linie München-Berlin mussten gesperrt werden. Mittlerweile sind alle Strecken wieder frei.

Der Deutsche Wetterdienst warnte auch für Mittwoch vor Unwettern.