Der Bus nach dem Anschlag in Wolgograd © Russian Emergencies Ministry/Reuters

Eine Selbstmordattentäterin hat sich in einem Linienbus in Wolgograd in die Luft gesprengt und mindestens sechs Menschen getötet. Bei dem Anschlag wurden 32 Menschen verletzt, wie die Behörden mitteilten. Zum Zeitpunkt der Explosion waren etwa 40 Menschen an Bord des Busses. Unter den Opfern waren Medien zufolge vor allem Studenten der Wolgograder Universität.

Die Explosion ereignete sich, als der Bus auf der äußersten rechten Spur einer sechsspurigen Verkehrsstraße fuhr, wie auf Videoaufnahmen des staatlichen Fernsehsenders Rossija zu sehen war. Als der Bus zum Stehen kam, sprangen viele der Passagiere aus dem Fahrzeug. Die Videobilder, die von einem Fahrzeug stammten, das hinter dem Bus fuhr, zeigten auch Flammen und grauen Rauch. Nach der Explosion lagen Teile des Busses auf der Fahrbahn verteilt.

Der Sprecher des nationalen Ermittlungskomitees, Wladimir Markin, sagte im Staatsfernsehen, die Tat sei nach ersten Erkenntnissen von der Frau eines islamistischen Terroristen und Bandenführers begangen worden. Die 30-Jährige habe zuvor in Moskau studiert und stamme aus der russischen Teilrepublik Dagestan im Konfliktgebiet Nordkaukasus. Dort kämpfen Islamisten – wie auch im benachbarten früheren Kriegsgebiet Tschetschenien – für ein von Moskau unabhängiges Kaukasusemirat.

Extremisten wollen Winterspiele sabotieren

Der Selbstmordanschlag war der erste außerhalb des Nordkaukasus seit Juli, als ein tschetschenischer Rebellenführer zu Anschlägen auf Zivilisten aufrief und militante Kämpfer dazu aufforderte, die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 mit allen Mitteln zu verhindern. Der Rebellenführer Doku Umarow hatte wegen der Massenproteste gegen Präsident Wladimir Putin Ende 2011 einen Stopp der Anschläge gegen Zivilisten angeordnet. Diese Anordnung hob er im Sommer auf.

Die russischen Einsatzkräfte bemühen sich derzeit wegen der Winterspiele die Gewalt im Nordkaukasus einzudämmen. Sotschi liegt westlich des Nordkaukasus am Schwarzen Meer, knapp 500 Kilometer von der tschetschenischen Stadt Grosny entfernt. Die Spiele sollen am 7. Februar eröffnet werden, die Sicherheitsvorkehrungen dort gelten als beispiellos.

Der Anschlag war der erste auf einen Bus in Russland seit 2008. Damals sprengte sich eine Selbstmordattentäterin im Nordkaukasus in die Luft. Wolgograd liegt rund 650 Kilometer nordöstlich der Region.