Papst Franziskus geht einen Schritt auf die Gläubigen in der ganzen Welt zu: In einer weltweiten Umfrage will der Vatikan herausfinden, wie die Katholiken zu Themen wie Homo-Ehe, Verhütung und Familie stehen. 4.700 Bischöfen der katholischen Kirche wurde bereits Mitte Oktober ein Fragebogen zugeschickt, der ihnen in Gesprächen mit Gemeindemitgliedern als Vorlage dienen soll.

Der Papst, der bereits mehrfach zu "Barmherzigkeit" gegenüber Geschiedenen und Toleranz gegenüber Homosexuellen aufgefordert hatte, möchte wissen, ob und wie das katholische Eheverständnis noch zu vermitteln sei. Als Problematiken und Herausforderungen werden laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung interreligiöse Ehen, Polygamie und arrangierte Ehen, "Formen des der Kirche feindlich gesinnten Feminismus" sowie generell der Wandel des Eheverständnisses genannt.

Die Antworten der Umfrage werden auf der Bischofskonferenz zum Thema Familie im Oktober 2014 besprochen. Die Bischöfe sollen demnach zuvor die Vorbereitungsgruppe zur Bischofssynode darüber informieren, "welche Anfragen/Bitten es von der Seite der wiederverheirateten Geschiedenen an die Kirche in Bezug auf die Sakramente" gebe.

Eine Sprecherin der deutschen Bischofskonferenz sagte der Süddeutschen Zeitung, dass derartige Fragebögen regelmäßig vor Bischofssynoden verschickt würden. Ungewöhnlich sei jedoch, dass nun auch die Gemeinden antworten sollen.