ProtesteDie ganz eigene Welt der Montagsdemonstranten

Auf den "Mahnwachen für den Frieden" versammeln sich die unterschiedlichsten Systemgegner. Doch den Ton geben drei professionelle Verschwörungstheoretiker an. von 

Andreas Popp auf der "Mahnwache für den Frieden" am Ostermontag

Andreas Popp auf der "Mahnwache für den Frieden" am Ostermontag  |  © Florian Schuh/dpa

Die Demonstranten haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam: Es sind Rentnerpärchen mit Hund gekommen, Punks mit Klappstühlen, Männer in Bomberjacken. Eine kleine Gruppe bastelt sich Aluhüte, um sich über die Kritik an ihnen als Spinner lustig zu machen. Die weiße Friedenstaube auf blauem Grund klebt an vielen Jacken, einer trägt einen Pullover mit der Aufschrift "9/11 selbstgemacht".

Was diese Menschen eint, die am Ostermontag auf dem Potsdamer Platz zusammengekommen sind, ist die Überzeugung, dass etwas falsch läuft – und das diffuse Gefühl der eigenen Ohnmacht. Max, 25, ist Berliner und schon das dritte Mal auf der Mahnwache. "Die Leute in der Politik geben einen Scheiß um uns", sagt er. Zusammen mit seinem Freund Felix ist er hier, Vornamen sollen reichen, sagen die beiden Studenten. "Es geht nicht klar, was hier schief läuft auf der Welt." Dazu zählen für Max vor allem die Außenpolitik der USA und die "Kriegshetze der Medien" gegen Russland. Schuld daran sei das Zinssystem.

Anzeige

Damit liegen sie ziemlich genau auf der offiziellen Linie der Veranstaltung: Seit sechs Wochen gibt es in Berlin und inzwischen in mehreren weiteren Städten diese neue Art von Montagsdemo, laut Polizei sind an diesem Ostermontag 1.500 Menschen auf den Potsdamer Platz gekommen. "Mahnwachen für den Frieden" nennt der Anmelder Lars Mährholz sie. Als Gegner hat er das Finanzsystem und die Medien ausgemacht. 

"Das ist im Prinzip nichts Neues", sagt der Rechtspopulismus-Experte Alexander Häusler. Er sieht in der Zinskritik und dem Antiamerikanismus der Protestler typische rechte Verschwörungstheorien. Für eine Neue Rechte oder gar eine Bedrohung hält er die Bewegung jedoch nicht – dafür sei sie zu heterogen. "Das ist keine in sich konsistente Bewegung."

Lars Mährholz, 34, hat vor sechs Wochen begonnen, die Mahnwachen in Berlin zu organisieren, sagt er. Inzwischen gebe es bundesweit etwa 40, koordiniert in einem losen Netzwerk von Mährholz und einigen Unterstützern, die bei Bedarf die anderen Städte auch mit Flyern versorgten.

Rhetorische Profis

Die Redner, die in Berlin auftreten, betonen, dass es um die Inhalte gehe und statt ihrer auch jeder andere am Mikrofon stehen könnte. Was sie nicht sagen: Die drei prominentesten Redner kennen sich auch außerhalb der Mahnwachen und sind rhetorische Profis.

Das ist zum einen Ken Jebsen. 2011 wurde der Journalist vom RBB gekündigt, nachdem antisemitische Äußerungen von ihm bekannt geworden waren. Seitdem hat er sich den Kampf gegen die "gleichgeschalteten Medien" auf die Fahnen geschrieben. Jebsen ist Autor von Compact und tritt auf den Konferenzen des Magazins auf. Für Compact schrieben auch schon Eva Herrmann und Thilo Sarrazin.

Dessen Chefredakteur, Jürgen Elsässer, ist am Ostermontag ebenfalls als Redner dabei und möchte sein rechtes Image offenbar loswerden, zumindest heute: Die Rechten, das habe die Geschichte gezeigt, wollten Krieg. Wer Frieden wolle, so wie er und seine Mitstreiter, sei dagegen links. Er assoziiert drauflos: So wie Luxemburg gegen den Ersten Weltkrieg und Thälmann gegen den Zweiten gekämpft habe, gehe nun diese neue Bewegung – "wir" – gegen einen dritten Weltkrieg auf die Straße. "Der Wahre Antifaschismus steht hier auf dem Platz!" ruft er. Unten im Publikum steht der Berliner NPD-Vorsitzende Sebastian Schmidtke.


Auf einer der von Elsässer organisierten Konferenzen sprach im vergangenen Jahr auch Andreas Popp, Unternehmer und Betreiber der Wissensmanufaktur, einem "unabhängigen Institut für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik", Thema: Geld und das Zinssystem.

Der Sozialwissenschaftler Häusler zählt Popp zu den "Gesellianern", die als Lösung aller Probleme die Abschaffung des Zinssystems ausgemacht haben. Häusler hält diese Gruppe für eine Sekte und sieht Anknüpfungspunkte an den nationalsozialistischen Zinskritiker Gottfried Feder.

Popp spricht regelmäßig auf den Konferenzen der verschwörungstheoretischen "Anti-Zensur-Koalition" des Schweizers Ivo Sasek. DVDs dieser Konferenzen werden in Berlin vor dem Podium verteilt, neben der Rede von Popp sind darauf auch Beiträge über Chemtrails und "Genderismus" zu finden, und über "Germanische Neue Medizin".

Auf der Mahnwache am Potsdamer Platz nennt Popp Politiker "Politikdarsteller", die lediglich bezahlt würden, um eine Show für "die Medien" zu veranstalten. Vorher übermittelt er Grüße an die Demonstranten von Sonja Karas aus dem Vorstand der Brandenburger Grünen. Später wird ihre Partei sagen, dass sie sich von dieser Botschaft distanziert und Karas privat auf der Veranstaltung gewesen sei, weil sie Popp kenne. Die Mahnwachen nennt der Grünen-Sprecher "zutiefst besorgniserregend".

Auf den Konferenzen der "Anti-Zensur-Koalition" trat 2009 auch die Hip-Hop-Band Die Bandbreite auf. Auch an diesem Montag am Potsdamer Platz spielen sie, Die Wahrheit heißt der erste Song. Sich selbst bezeichnet der Rapper Wojna als links, in der Vergangenheit stand die Band wegen ihrer antiamerikanischen Haltung und ihrem Hang zu Verschwörungstheorien immer wieder in der Kritik.

Über das diffuse "Die da oben"-Polemik von Popp geht seine Kritik aber nicht hinaus – es gibt keine Programmatik, keinen logischen nächsten Schritt. "Was tun?", fragt er rhetorisch und antwortet sich selbst mit "Flagge zeigen". Er fordert die Zuhörer auf, grundsätzlich alle Wahlen zu boykottieren – und auf das Fernsehen zu verzichten: Die "Mainstream-Medien" hätten jede Glaubwürdigkeit verloren, sagt Popp. "Wir haben keine Firewall im Hirn. Die Manipulation durch die Medien kann deshalb direkt ins lymbische System eindringen."

Unter Fallschirmspringern

Der Berliner Anmelder Märhholz hat bisher als Trainer für Fallschirmspringer gearbeitet und ist politisch noch nicht in Erscheinung getreten. Er sagte ZEIT ONLINE, er habe Popp und Elsässer nicht gekannt, und Jebsen nur einmal beim Fallschirmspringen gesehen.

Vor der ersten Mahnwache habe er Jebsen angeschrieben und gefragt, ob er nicht dort sprechen wolle – und eine Absage bekommen. Beim zweiten Termin stand Jebsen dann plötzlich vor der Bühne, später rief Popp bei Mährholz an, Elsässer hatte am Ostermontag seinen ersten Auftritt. Mährholz selbst sprach nur kurz und überließ den professionellen Verschwörungstheoretikern das Mikrofon.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. 15 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    erweist dem einzigen wahren Kern, dieser ganzen merkwürdigen Zeitströmung (Anti-EU, Anti-USA, Anti-Nato, Pro-Putin, AfD etc etc) einen Bärendienst. Die einzige berechtigte und gesunde Kritik, fernab jeglicher Ideologie, ist die Kritik am reinen FInanzkapitalismus.
    Die Ideologen hier im Forum oder dieser beänsgtigende Jebsen werfen ALLES aber auch alles in einen Topf. Die EU ist ein Konstrukt, das uns (befreit vom amerikanischen EInfluss), den Ar... retten wird in der heutigen globaliserten Welt der Putins und Assads.
    Auch die völlig unpassende Einmischung der USA in den Ukrainekonflikt heizt die Sache auf allen Seiten an.

    USA ist nicht gleich EU.

    Jahrelang wurde dieser Demagoge vom Gebührenzahler alimentiert. Widerlich!

    die Presse lügt!
    Macht euch selbst ein Bild!
    Löst euch von den Massenmedien!

    http://www.youtube.com/wa...

  2. Als ich würde mich freuen auf mein Sparbuch ein paar Zinsen mehr zu bekommen.

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • So_ha
    • 22. April 2014 21:50 Uhr

    ...unser Zins und Zinseszins System (noch) nicht verstanden.

    Ihnen ist bewusst, dass auf Ihre Einkommenssteuer und auf die Mehrwertsteuer bereits die Zinszahlungen unserer Bundesregierung eingerechnet sind? Diese steigen durch Zinseszins exponentiell und können niemals bedient werden.

    Im Umkehrschluss könnte (würde?) ein Zinseszins freies System sowohl die Einkommens- als auch die Mehrwertsteuer senken, da deutlich weniger Schulden bedient werden müssten. Es bleibt also mehr Netto vom Brutto.

    Aber wer möchte sich denn schon gerne ein besseres Leben 'leisten' können ;)

    Ganz davon abgesehen, dass unsere Wirtschaft um einen Crash zu verhindern genauso exponentiell wachsen muss, wie das Schuldgeld. Dass das nicht möglich ist, wissen wir aus den immer wieder kommenden Finanzcrashs.

    Aber wen interessiert das denn alles schon? Über sowas macht man sich doch keine Gedanken, womöglich ist man dann direkt schon ein Verschwörungstheoretiker?

    Die zweistelligen Zinsen zahlen sie bei jedem Einkauf mit. In den Mieten sind mehr als 50% Zins und Zinseszins enthalten.

    Dann freuen sie sich doch über 5% Zinsen während sie bei jedem Kauf ein Vielfaches an Zinsen zahlen.

    http://www.youtube.com/wa...

    Der Betrag, der nach einem gewissen Zeitraum (hier:) fällig wird, errechnet sich mit folgender simplen Formel:
    Kn = K0 * ( 1+ p/100)^n

    mit:
    Kn = Endkapital (oder Schuld nach n Jahren
    K0 = Startkapital (oder Kreditbetrag)
    p = Zinssatz (konstant über gesamten Zeitraum)
    n = Anzahl Jahre

    Dies führte dazu, dass mittlerweile 10,2 % (das sind 31.633.271.000 €) des Bundeshaushaltes zur Begleichung der Zinsschuld ausgegeben wird (http://www.bundeshaushalt...). Der Posten Zinsen ist ein Unterposten der Ausgaben "Bundesschuld". Das Wort "Tilgung" sucht man vergebens; der zweite und letzte Posten der Bundesschuld ist "Bürgschaften, Garantien und sonstige Gewährleistungen.
    Da keine Tilgung statt findet, wird die Zinsschuld nicht abnehmen, sondern steigt weiter an. Ich muss wohl nicht extra betonen, dass es die Bürger sind, die dafür aufkommen müssen. Auf alle 80.500.000 Bundesbürger ergibt dies einen Betrag von 392,96 €/Jahr. Mit 41.777.000 Erwerbstätigen ergibt sich ein Anteil von 757,19 €/Einwohner und Jahr, die nur zur Tilgung der Zinsschuld erwirtschaftet werden (müssen) (Z

  3. dass die rechten Verschwörungstheoretiker, Antisemiten und Reichsbürger versuchen, die Friedensbewegung zu unterwandern, ob heterogen oder nicht.

    Stimmen für den Frieden wären gerade heute wichtig, aber mit den Leuten will man einfach nichts zu tun haben.

    Bei Elsässer wäre vielleicht noch zu erwähnen, wie "links" der Mann heute ist. Früher war er mal ein recht angesehener linker Autor, heute schreibt er Liebesbriefe an Ahmadinedschad und Zschäpe und hetzt auf seinem "Kongress" gegen Frauen und Schwule. Man kennts so sonst nur von Horst Mahler...

    23 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • oldsql
    • 22. April 2014 22:55 Uhr

    aber ich wüsste nicht von einem Ereignis, wo eine Friedensbewegung, von denen es sowieso viel zu wenige gab, einmal für etwas benutzt wurde...
    Diese Leute sind auf der Straße, um für die Frieden zu demonstrieren und weil sie es satt haben in etwas hineingetrieben zu werden, wenn die Bewegung "unterwandert" werden sollte, wird sie meines Erachtens einfach auseinander gehen.

    Letztendlich ist es doch lächerlich über ein paar mögliche,angebliche Rechte in dieser Bewegung zu diskutieren, wenn in der Ukraine tatsächliche Faschisten an der Macht sind.

  4. die man diffamieren möchte und von vornherein als unglaubwürdig darstellen möchte. [...]. Vielleicht lohnt es sich von Fall zu Fall doch, einmal genauer hinzuhören, was diese angeblich so Durchgeknallten zu sagen haben.

    Verzichten Sie bitte auf pauschalisierende Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.

    70 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • mudd1
    • 23. April 2014 0:08 Uhr

    Immer derselbe Müll: Mondlandung, Massenmedien, Klimaschwindel, Zionismus, Evolutionstheorie, 9/11, bla bla bla und am Ende ist es eh die CIA gewesen. Oder die Solarindustrie.

    Wie nennt man diese reell Durchgeknallten denn Ihrer Meinung nach am besten?

    ... wie er besser nicht zu machen ist.
    Allerdings ist es schön, festzustellen, wie sehr die Normalos, welche sich hier zu den Montagsdemos versammeln, doch Einigen unter die Haut gehen. So soll es ja auch sein. Wir wollen unter die Haut gehen und die Synapsen zum Kochen bringen.
    Immerhin sind die Montagsdemos jetzt allmählich in den Gazetten angekommen. Dass da jetzt eine Welle der Verdammnis über diejenigen Bürger los bricht, welche in bunter Mischung ihren lebensbejahenden Sehnsüchten folgen, ist eigentlich zu erwarten und entlarvt das etablierte System. Die einschüchternden Schwingkeulen sind dabei stets dieselben und da reicht bereits die Gegenwart eines braunen Gesellen, um die gesammte Gemeinschaft als rechts, antijüdisch, usw. zu begreifen.
    Liebe Verfasserin dieses dämlichen Artikels. Sie sollten sich ZEIT nehmen und wirklich in die Materie eindringen, bevor sie für eine noch recht angesehene Zeitung wie diese, derartigen Schmarren verfassen. [...] Noch eins zum Abschluss. Verschwörungstheoretiker sind auch diejenigen, die sich über die flächendeckenden steigenden Spritpreise zu Ostern wundern. [...]

    Gekürzt. Bitte äußern Sie Kritik an der Autorin in einem höflichen Umgangston und verzichten Sie auf provozierende Bemerkungen. Vielen Dank, die Redaktion/dd

    • jkw
    • 23. April 2014 9:15 Uhr

    Eine bessere Werbung können sich Jebsen, Elsässer, Popp & Co.
    doch gar nicht wünschen.
    Jetzt werden sich auch Menschen damit befassen,
    die von denen noch nie etwas gehört haben.
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen, die Sie nicht beweisen können. Die Redaktion/dd

    • Antey
    • 24. April 2014 6:33 Uhr

    Es herrscht Weltkriegsgefahr und ihr kommt hier mit Verschwörungstheorie?
    die Verschwörungstheorie kommt doch von euch.
    Ich empfehle jedem mal auf die Mahnwach zu gehen und sich sein eigenes Bild zu machen!!!!!!!!
    und was bitte soll der Satz

    [...]

    Gruß an den Frieden!

    Gekürzt. Bitte nutzen Sie den Kommentarbereich, um differenziert zum Artikelinhalt zu diskutieren. Danke, die Redaktion/sw

    Entfernt. Kritik an der Moderationsweise nehmen wir gerne entgegen, allerdings möchten wir Sie bitten, zur Debatte beizutragen. Danke, die Redaktion/dgw

  5. Ich verstehe die Anschuldigen nicht, die Montagsdemonstration sei rechts. Die Inhalte die vermittelt werden sind doch linker als "Die Linke".

    57 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Allerdings, wenn ein Alexander Häusler typische rechte Verschwörungstheorien ausmacht, sollte man das unbedingt glauben..;-)

    "Rechtspopulismus-Experte": Ich bin immer wieder erstaunt, was es für Jobs gibt, wie wird man so etwas.....? Vorbedingung sind sicherlich erst einmal ca. 25 Semester Soziologie .........

    • aram62
    • 23. April 2014 8:40 Uhr

    Es gab ja in Deutschland einmal eine Partei, die hatte sogar das Wort "sozialistisch" im Namen und die war meines Wissens ziemlich rechts!

    5." Rechts?
    Ich verstehe die Anschuldigen nicht, die Montagsdemonstration sei rechts. Die Inhalte die vermittelt werden sind doch linker als "Die Linke"."

    Wissen Sie ,um Inhalte geht es bei derartigen Anschuldigungen absolut nicht,es geht darum,Menschen mit anderen Meinungen wie man selber lediglich"runterzuputzen",und die Methode der Wahl ist sie als rechts oder rassistisch zu diffamieren.
    Inhaltliche Auseinandersetzung ist was ganz anders und kann man leider nicht von jedem erwarten wie gesagt mangels Inhalten;-)

  6. Genauso einseitig und populistisch wie die "Redner" dieser Veranstaltungen, genauso einseitig ist auch dieser Artikel. Die angepriesenen einfachen Lösungen (alle Medien sind böse, alles im Geldsystem ist schlecht) sollen Menschen für sich vereinnahmen, was vielleicht auch manchmal gelingt. Andererseits sind wahrscheinlich genug vor Ort, die wirklich für den Frieden demonstrieren. Aber hier wie dort gilt es nicht zu differenzieren. Kritik am Zinseszins und der US Regierung ist gleich Verschwörungstheorie? Auch hier wieder: Gute Nacht ausgewogener Journalismus. Es könnte so schön sein:

    http://www.ndr.de/fernseh...

    63 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Super Beitrag von Frau Krone-Schmalz.

    Eine Journalistin alter Schule. Welch wohltuender Kontrast zum verblödeten Flachpfeifen-und Schnösel-Journalismus der Generation Y.

    • mudd1
    • 23. April 2014 0:00 Uhr

    Hier mal etwas zu diesen Protesten, auf das Sie vielleicht nicht gleich mit Massenmedienabwehrreflexen reagieren: http://denkanfallkuppel.w...

    • So_ha
    • 22. April 2014 21:50 Uhr

    ...unser Zins und Zinseszins System (noch) nicht verstanden.

    Ihnen ist bewusst, dass auf Ihre Einkommenssteuer und auf die Mehrwertsteuer bereits die Zinszahlungen unserer Bundesregierung eingerechnet sind? Diese steigen durch Zinseszins exponentiell und können niemals bedient werden.

    Im Umkehrschluss könnte (würde?) ein Zinseszins freies System sowohl die Einkommens- als auch die Mehrwertsteuer senken, da deutlich weniger Schulden bedient werden müssten. Es bleibt also mehr Netto vom Brutto.

    Aber wer möchte sich denn schon gerne ein besseres Leben 'leisten' können ;)

    Ganz davon abgesehen, dass unsere Wirtschaft um einen Crash zu verhindern genauso exponentiell wachsen muss, wie das Schuldgeld. Dass das nicht möglich ist, wissen wir aus den immer wieder kommenden Finanzcrashs.

    Aber wen interessiert das denn alles schon? Über sowas macht man sich doch keine Gedanken, womöglich ist man dann direkt schon ein Verschwörungstheoretiker?

    42 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie Verwechseln Schuld- und Guthabenszins:

    Schuldzinsen:
    Sie leihen sich 1.000.000 € und zahlen da 5 % p. a. Zinsen drauf ( 50.000 €)
    Sie zahlen den Kredit jährich mit 100.000 € ab.
    .
    Dann haben sie den Kredit nach 13,89 Jahren zurückgezahlt.

    Guthabenszisen:

    Sie haben ein Guthaben sagen wir 1.000 € und erhalten darauf 4 % Zinsen.
    Dann haben sie nach einem Jahr 1.040 €.
    Wenn sie die 40 € stehen lassen, dann leihen sie der Bank nicht 1.000 € sondern 1.040 € und darum werden auch diese 1.040 verzinst.

    Im Gesamtsystem haben sie natürlich recht, dass man nie alle Schulden zurückzahlen kann.

    • So_ha
    • 22. April 2014 22:29 Uhr

    Ich habe mich auch nur auf die Schuldzinsen bezogen, ganz speziell auf die staatlichen Schuldzinsen, die der Steuerzahler bedienen muss.

    Da neben den Schulden (durch Zinseszins) auch die Inflation exponentiell steigt, muss das reale Wirtschaftswachstum nicht die geasamte Zinslast bedienen, sondern maximal die Lücke decken. Reales Wachstum ist ohnehin immer exponentiell, da geleistete Arbeit nicht wieder "entleistet" werden kann, die Steigerung also immer vom inkludierten Wachstum ausgehen muss - analof zum kapitalisierte Zins im Zinseszins.

    Der Zinseszins ist eine Inflationsbremse, da er a) wie beschrieben den Einlagenwert gegen diese aufwertet und b) den Schuldenaufnahme und damit die freie Steigerung der Geldmenge bremst.

    Das Zusammenspiel dieser Faktoren ist natürlich weit komplexer, als hier dargestellt. Die Abschaffung des Zinssystem als Lösung makorökonomischer Missstände ist aber eine populäre Milchmädchenrechnung ohen Substanz. So einfach geht's nicht...

    Erstens kann die Bundesschuld natürlich zurückbezahlt werden. Wir sind zur Zeit ohne große Mühe bei fast null Neuverschuldung. Den Berg langsam Stück für Stück abzutragen, ist absolut möglich. Und selbst wenn wir keinen Cent zurückzahlen, schrumpft die relative Schuldenquote (relativ zum BIP).

    Zweitens, was schlagen Sie als Alternative vor? Mir fiele nur ein, erst gar keine Staatsschulden zu machen (zu spät, aber jetzt haben wir die Schuldenbremse, also Problem gelöst) oder keine Zinsen auf Schulden zu erheben - dann könnten wir uns auch gleich mit 100 Billionen verschulden, Crash inklusive.

    Und natürlich wären unsere Steuern geringer, hätten wir nie Schulden aufgenommen - dann hätten wir aber bisher auch weniger Straßen, Schulen und Sozialleistungen finanzieren können - im Gegenwert von immerhin 2 Bio Euro.

    • Mari o
    • 23. April 2014 1:58 Uhr

    "Der im vergangenen Jahr verstorbene Physiker Al Bartlett
    befand im Hinblick auf das Bevölkerungswachstum gar einmal: »Die größte Schwäche der menschlichen Rasse ist unsere Unfähigkeit, die Exponentialfunktion zu verstehen." ZEIT 17/14

  7. Schön, dass Herr Popp jetzt auch von der Zeit angegriffen wird. "Rechtspopulist" und die Anwesenheit eines NPD-Mitgliedes sollen ihn wohl in die Faschismusfalle locken. Schade, ich hätte von der Zeit erwartet, mal über die Inhalte nachzudenken. Das Poppsche System aus der Wissensmanufaktur ist es allemal wert, sich damit zu beschäftigen, zumal ich bisher niemanden bemerkt habe, der diese Vorschläge bisher widerlegt hat. Wie wäre es denn damit, liebe Zeit: setzen Sie sich doch einmal sachlich damit auseinander. Aber das könnte vielleicht schwer werden, da man ja Teil der "Mainstream-Medien" ist, eine Falle. Dann lieber doch wieder mit dem platten Faschismus-Verdacht kommen, da weiß man, was man hat.

    54 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    öfter auf eine gewisse Art und Weise oberflächlich finde (nicht immer) und einige seiner Konsequenzen nicht teile (bei wem tut man das schon in der Regel 100%ig?), so muss man konstatieren, dass dieser Mann in der Vergangenheit schon mehr als einmal mehr als peinlich zu unrecht in eine gewisse Ecke gerückt worden ist (Stichwort Esowatch...). Mit Sorge habe ich seit 2001 auch die generelle Diskussionskultur der Medien über abweichende Meinungen verfolgt. Keine Frage, es gibt Spinner in allen Meinungsecken und manchmal ist der Grat zwischen sich selbst Gedanken machen und einer gefährlichen Theorie sehr schmal. Wenn aber jeder nicht ganz Mainstream-konforme Gedankengang als "Verschwörungstheorie" abgekanzelt wird, obwohl vielleicht wirklich solidere Indizien vorliegen, dann spricht das nicht gerade für unser freiheitlich demokratisch aufgeklärtes Gemeinwesen. Gerade mit Blick auf die teils ungeheuerlichen Veröffentlichungen von Snowden beispielsweise, sollte man mit einem Urteil über abweichende (wohlgemerkt nicht verleumdende oder hetzerische) Meinungen vorsichtig sein.

    Ich habe da gerade mal reingeschaut:

    http://www.wissensmanufak...

    Sie meinen allen Ernstes, ein ernstzunehmender Mensch könne sich mit einem derart wirren Unfug auseinandersetzen? Geld bestehe aus an sich wertlosen Zetteln?

    Viel interessanter und wichtiger ist der vom ZON-Beitrag beleuchtete Umstand, dass Rot und Braun immer offener nicht mehr die künstlich hochgehaltenen Gegensätze ausagieren, sondern die zahlreichen Gemeinsamkeiten entdecken. Antiamerikanismus, Antisemitismus, Ideologie und Verschwörungstheorie sind die Symptome ein und derselben Krankheit - bei der gleichermaßen roten und braunen Woge des Proputinismus wird dies gegenwärtig sehr schön deutlich. Die definitorisch jeder Ideologie innewohnende Abwendung einfacher Menschen von der als zu kompliziert empfundenen Wirklichkeit begegnet uns hier als eine Hinwendung zur poppschen und putinschen Vereinfachung bzw. Verblödung. Der bei Popp geistige und bei Putin faktische nackte Oberkörper werden vom an der Welt irre Gewordenen verstanden und als wohltuend unkompliziert empfunden.

    Nichtverstehen, Hass und die Benennung von Schuldigen, die dann anschließend zu bekämpfen sind - Schwule, Demokraten, Kapitalisten, Bänkster, Juden, das jeweils andere ideologische Lager - waren schon immer Merkmal der Rechten wie der Linken. Die Erkenntnis, dass Braun und Rot zwei Seiten ein und derselben Medaille sind, ist m.E. die für die Menschheit wichtigste Lehre aus 1945 und 1989.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service