Der russische Schwulenaktivist Nikolai Alexejew wollte ein Zeichen für mehr Toleranz – doch die Stadt Moskau sperrt sich: Die Behörde verweigert laut einem Bericht von lifenews.ru einem Conchita-Wurst-Marsch die Genehmigung, mit dem Befürworter von sexueller Toleranz am 27. Mai auf die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen aufmerksam machen wollen.   

Namensgeber ist die Gewinnerin des am vergangenen Wochenende ausgetragenen Eurovision Song Contest, Conchita Wurst. Unter diesem Pseudonym war der Österreicher Thomas Neuwirth als Drag Queen mit Bart aufgetreten. Lesben und Schwule feierten die Figur nach ihrem Erfolg europaweit als Zeichen der Toleranz. 

Im homophob regierten Russland, dessen Fernsehzuschauer Conchita Wurst überraschend viele Stimmen gaben, ist der nach ihr benannte Marsch für mehr Toleranz anderer als heterosexueller Orientierung nun verboten. Die Moskauer Behörde verweist auf die am 31. Mai geplante Pride Parade. Der Marsch für Schwulen- und Lesbenrechte findet seit 2006 jährlich statt – trotz immer wieder verhängter behördlicher Verbote. Aktivisten, die dennoch auf die Straßen gingen, waren mehrfach Ziel gewaltsamer Attacken. Ob die Parade dieses Jahr erlaubterweise stattfindet, ist noch offen.    

Kämpfer für die Rechte sexueller Minderheiten haben es in Russland schwer: Seit 2013 gilt ein Gesetz, das positive Darstellungen und Äußerungen der Homosexualität in der Öffentlichkeit in Anwesenheit von Minderjährigen oder im Internet unter Strafe stellt. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind in Russland nicht anerkannt.

Lediglich homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen sind erlaubt – ein entsprechendes Gesetz trat am 27. Mai 1993 in Kraft. Den Marsch der bärtigen Frauen und Männer wollte Aktivist Alexejew am 21. Jahrestag der Legalisierung  veranstalten. Nach dem nun verhängten Verbot kündigte er an, die Parade vier Tage später gemeinsam mit der Pride Parade abzuhalten.

Mehrere russische Politiker versuchten, dem Travestiekünstler Neuwirth die Einreise zu verweigern. Doch bisher lehnte das Kulturministerium Russlands das Ansinnen ab.