Die Anwälte von WikiLeaks-Gründer Julian Assange, Tomas Olsson (l) and Per E Samuelsson, in Stockholm © Roger Vikstrom/TT News Agency/Reuters

Ein Gericht in Stockholm hat den Haftbefehl gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange bestätigt. Assange wird vorgeworfen, sich im August 2010 an zwei schwedischen Frauen sexuell vergangen zu haben. Der Australier bestreitet die Taten.

Assanges Anwälte hatten die Aufhebung des vier Jahre alten Haftbefehls beantragt, weil die schwedischen Behörden – ihrer Meinung nach – den Fall nicht schnell genug bearbeiteten. Gegen Assange wird in Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen ermittelt. Um sich einer Auslieferung zu entziehen, hält sich der Aktivist seit zwei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London auf.

Assanges Anwälte halten den Haftbefehl und die jahrelange Isolation Assanges für unverhältnismäßig. Das Verbrechen, dessen Assange verdächtigt werde, sei nicht so gravierend, dass es so eine Art von Haftbefehl rechtfertige, lautete ihre Argumentation.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich gegen die Aufhebung des Haftbefehls ausgesprochen. Sie befürchtet, dass Assange flüchten und sich so der Befragung entziehen könnte. Assange bestreitet die Vorwürfe der Vergewaltigung und sexuellen Belästigung, er hält sie für politisch motiviert.

Er fürchtet, dass Schweden ihn an die USA überstellen könnte. Durch die Veröffentlichung geheimer Informationen zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie von rund 250.000 vertraulichen Diplomatendepeschen hatte die Internet-Enthüllungsplattform WikiLeaks die US-Regierung verärgert.

Assange selbst hatte im Juni gesagt, dass der Haftbefehl in Schweden nur ein Teil des juristischen Kampfes sei, der ihn in der Botschaft festhalte: "Ich habe ein noch größeres Problem: Das sind die USA und ihre bevorstehende Strafverfolgung sowie vielleicht ein Auslieferungsbefehl."