Zwei US-Amerikaner, die an Ebola erkrankt sind, werden nach Atlanta ausgeflogen, um dort in einer Spezialklinik behandelt zu werden. Der erste Patient, ein Arzt, landete am Samstagabend Mitteleuropäischer Zeit in der Nähe der amerikanischen Großstadt. Er wurde in die Spezialklinik gefahren. In den kommenden Tagen soll die zweite Infizierte US-Amerikanerin, eine Missionarin, folgen.

Damit ist zum ersten Mal ein Ebola-Infizierter in die USA eingereist. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestünde nicht, hieß es. Der Arzt und die Missionarin hatten in Liberia in einem Krankenhaus gearbeitet, in dem Ebola-Patienten behandelt wurden. In der Klinik im US-amerikanischen Atlanta wurde vor zwölf Jahren eine auf Ebola spezialisierte Einheit gegründet. Ebola gehört zu einer der tödlichsten Krankheiten und führt in 60 bis 90 Prozent aller Fälle zum Tod.

In Nigeria wurde am Samstag Entwarnung gegeben: zwei Verdachtsfälle haben sich nicht bestätigt. Stattdessen seien die Patienten am Dengue-Fieber erkrankt, sagte der nigerianische Gesundheitsminister. Sie sollen weiter beobachtet werden. Etwa 70 Menschen werden ebenfalls überwacht, da sie Kontakt mit einem Berater der liberianischen Regierung gehabt haben sollen. Der Berater war mit einem Flugzeug in die Hauptstadt Nigerias geflogen und kurze Zeit später in einem Krankenhaus in Lagos an Ebola gestorben.

Die arabische Fluglinie Emirates hat inzwischen mitgeteilt, dass es das westafrikanische Land Guinea wegen der Epidemie nicht mehr anfliegen werde. Ebola war zuerst in Guinea aufgetreten und hatte sich von dort nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Liberia und Sierra Leone fliegt Emirates planmäßig nicht an.

Die Lufthansa hatte erklärt, dass es keine Notwendigkeit gebe, die Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen. Die zur Lufthansa-Gruppe gehörende Brussels Airlines führe ihre elf Flüge pro Woche nach Westafrika auch weiterhin durch. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Zahl der Buchungen sei konstant. Der internationale Luftfahrt-Dachverband Iata hatte am Donnerstag erklärt, die WHO sehe keinen Grund für Reisebeschränkungen. Die Gefahr, sich während eines Fluges anzustecken, sei gering und bestehe nur, wenn die Krankheit während des Flugs akut ausbrechen würde. 

Nach Angaben der WHO sind seit Februar mindestens 729 Menschen an dem Virus gestorben, darunter 60 medizinische Kräfte. Mehr als 1.300 Menschen hätten sich infiziert. Die Übertragung erfolgt, anders als etwa bei der Grippe, nicht über die Luft, sondern durch den direkten Kontakt von Körperflüssigkeiten. Der Virus verbreitet sich durch direkten Kontakt mit Blut, Urin, Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten von einer infizierten Person.