Die Polizei hat erneut einen Terrorverdächtigen festgenommen, der sich länger in Syrien aufgehalten hat. Der 21-Jährige hatte nach eigenen Angaben Kontakt mit der Terrormiliz "Islamischer Staat", er wurde in Mülheim an der Ruhr festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben.

Nachdem die Wohnung des Mannes durchsucht worden war, habe sich der Verdacht bestätigt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ein Gericht erließ Haftbefehl gegen den 21-Jährigen, der Ende August aus Syrien zurückgekehrt war. Seitdem hatte ihn die Polizei beobachtet.

Bereits am vergangenen Freitag hatte eine Spezialeinheit der Polizei in Berlin ein mutmaßliches IS-Mitglied festgenommen. Der 30-jährige Mann soll sich ebenfalls bis August in Syrien aufgehalten und dort ein Trainingslager des IS besucht haben. Nach Informationen der Bild-Zeitung kämpfte der Mann in Syrien für die Terrororganisation Isis, die sich im Sommer in IS umbenannte.

Verdächtiger soll sich als Missionar versucht haben

In den vergangenen Monaten sollen zahlreiche Männer Deutschland verlassen haben, um sich den IS-Kämpfern im Irak und Syrien anzuschließen. Nach Schätzung des deutschen Inlandsgeheimdienstes halten sich in Syrien etwa 400 deutsche Islamisten auf. Etwa 130 dieser Männer sind nach Deutschland zurückgekehrt.

Nach Angaben der Ermittler war der junge Mann aus Mülheim der Essener Polizei bereits zu Jahresbeginn aufgefallen, als er mit einem Gebetsteppich zum Unterricht an einem Berufskolleg erschien. Damals soll er auch versucht haben, Mitschüler zu missionieren. Die zuständigen Behörden suspendierten den Schüler daraufhin vom Unterricht.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger wertete die Festnahme in Essen als Beleg dafür, dass die Sicherheitsbehörden in NRW die Gefahr durch extremistische Salafisten sehr ernst nehmen. "Polizei und Verfassungsschutz sind wachsam und gehen entschlossen gegen diese gefährliche Szene vor", sagte der SPD-Politiker der Rheinischen Post. Gewaltbereite Salafisten, die aus den Bürgerkriegsgebieten zurückkehrten, stellten ein Sicherheitsrisiko für unsere Gesellschaft dar.