Flugzeugteile an der Absturzstelle von Flug MH17 (Archivbild) © Marko Djurica / Reuters

Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin hat die bisherigen Ermittlungen zum Absturz der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine kritisiert. Den ukrainischen Rebellen und der russischen Regierung sei im Rahmen eines "Informationskriegs" ohne jegliche Beweise eine Verwicklung in den Abschuss von Flug MH17 vorgeworfen worden, sagte Tschurkin vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Eine transparente und objektive internationale Untersuchung des Flugzeugabsturzes sei nur unter Beteiligung der Vereinten Nationen möglich.

Einen vorläufigen Bericht zu dem Absturz, der am 9. September veröffentlicht wurde, bezeichnete Tschurkin als "nicht wirklich informativ". In dem Report der niederländischen Sicherheitsbehörde hieß es, die Boeing 777 sei vermutlich von mehreren, "von mit großer Energie betriebenen Objekten" getroffen worden und dann auseinandergebrochen.

Flug MH17 war am 17. Juli über dem zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten umkämpften Gebiet abgestürzt. Alle 298 Menschen an Bord der Maschine waren gestorben. Schon unmittelbar nach der Tragödie sprachen die Ukraine und westliche Politiker von einem Abschuss durch eine Boden-Luft-Rakete russischer Bauart. Sie machten die Rebellen dafür verantwortlich, die eine Verwicklung aber abstritten.  

Suche nach Opfern weiter schwierig

Rechtsmediziner identifizierten unterdessen weitere 14 Opfer. Bei sieben von ihnen habe es sich um Niederländer gehandelt, teilte das niederländische Außenministerium mit. Die Nationalitäten der anderen sieben Opfer werden den Angaben zufolge nach entsprechenden Bitten der Botschaften der Herkunftsländer nicht veröffentlicht.

Bislang wurden 225 Opfer identifiziert. Einige können möglicherweise nie identifiziert werden, da die Suche nach den sterblichen Überresten am Absturzort wegen der Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den prorussischen Separatisten in der Region unterbrochen werden musste. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sagte, es sei weiterhin zu gefährlich, sich an die Absturzstelle zu begeben. Die Mehrheit der niederländischen Ermittler in der Ukraine werde deshalb in ihre Heimat zurückkehren.