Polizisten auf Sizilien neben einem Leichenwagen mit dem Sarg eines getöteten Migranten © Giovanni Isolino/AFP/Getty Images

Im Mittelmeer sind dieses Jahr bereits mehr als 3.000 Flüchtlinge beim Versuch gestorben, nach Europa zu gelangen. Von den in diesem Jahr bislang weltweit offiziell registrierten 4.077 getöteten Flüchtlingen seien 3.072 und damit mehr als drei Viertel auf dem Mittelmeer gestorben, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. Damit sei der bisherige Höchststand von 2011 um mehr als das Doppelte übertroffen worden. Alle Zahlen seien als Minimum zu verstehen, da die Dunkelziffer der getöteten Flüchtlinge weitaus höher liege.

Seit dem Jahr 2000 sind laut einer neuen Erhebung der IOM mehr als 22.000 Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa gestorben, die meisten von ihnen auf dem Mittelmeer. Seit Oktober 2013 waren es demnach 4.000 Tote. Europa sei damit das gefährlichste Ziel für Flüchtlinge. "Unsere Botschaft ist deutlich: Migranten sterben, obwohl sie es nicht müssten", sagte der Generaldirektor der Hilfsorganisation, William Lacy Swing.

Die IOM forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, mehr gegen verbrecherische Menschenschlepper und für Flüchtlinge zu tun. Es sei an der Zeit, mehr zu tun als nur Todesopfer zu zählen. 

Zuletzt waren in der vergangenen Woche mehr als 300 Flüchtlinge aus Syrien auf dem Mittelmeer von einem Kreuzfahrtschiff aus Seenot gerettet und nach Zypern gebracht worden.