Der Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat vor der zunehmenden Gefahr durch kriminelle Banden gewarnt. Im vergangenen Jahr sei 580-mal wegen Organisierter Kriminalität (OK) ermittelt worden, 2012 habe es 568 Verfahren gegeben, teilte de Maizière mit. Im Vergleich zum Vorjahr gebe es außerdem einen Anstieg um 7,2 Prozent bei den neu eingeleiteten Verfahren.

De Maizière warnte davor, dass Einbrüche und Kfz-Diebstähle häufig nur scheinbar von Einzelpersonen verübt würden. Die Taten seien meist nur schwer von der OK zu trennen, sagte der Innenminister. BKA-Präsident Jörg Ziercke ergänzte: "Die Organisierte Kriminalität ist an der Haustür angekommen."

Die Bundesregierung wolle die OK künftig stärker bekämpfen, sagte de Maizière. So soll es einfacher möglich sein, Vermögen aus Straftaten abzuschöpfen. Mit Justizminister Heiko Maas (SPD) habe er vereinbart, das Vorhaben schnell umzusetzen.

Die Mehrzahl der in Deutschland agierenden Banden werde durch ausländische Staatsangehörigkeit dominiert, sagte Ziercke. Polnische und litauische Banden hätten sich darauf spezialisiert, Autos zu stehlen und diese anschließend in ihre Heimatländer zu überführen. Albanische Staatsbürger seien den Fahndern vor allem im Bereich Rauschgifthandel aufgefallen, hieß es.

Nur durch internationale Zusammenarbeit könnten die Sicherheitsbehörden gegen diese Struktur vorgehen, sagte Ziercke. Vergangene Woche hatte die europäische Polizeibehörde Europol bekanntgegeben, dass während einer länderübergreifenden Aktion über Tausend Verdächtige festgenommen wurden.