Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi © Getty Images/dpa

Der Friedensnobelpreis geht an zwei Kinderrechtsaktivisten: Malala Yousafzai aus Pakistan und Kailash Satyarthi aus Indien. Damit werde ihr Eintreten gegen die Unterdrückung von jungen Menschen und für deren Recht auf Bildung gewürdigt. Kinder müssten die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen, und müssten vor Ausbeutung geschützt werden, erklärte das Nobelkomitee in Oslo. 

Das pakistanische Mädchen Malala, das 2012 wegen ihres Engagements für Schulkinder von Kämpfern der radikalislamischen Rebellenbewegung der Taliban angeschossen wurde, war bereits 2013 als Kandidatin für den Friedensnobelpreis nominiert. Trotz des Attentats setzte sie ihren Kampf fort. Mit ihren 17 Jahren ist sie die bisher mit Abstand jüngste Trägerin des Nobelpreises. Malala sei ein Beispiel dafür, dass auch schon Kinder und Jugendliche einen Beitrag dazu leisten können, ihre Lage zu verbessern. "Durch ihren heroischen Kampf ist sie zu einer führenden Fürsprecherin für das Recht von Mädchen auf Bildung geworden", hieß es. Der Friedensnobelpreis hat in Malalas Heimatland Begeisterung ausgelöst. Premierminister Nawaz Sharif gratulierte der 17-Jährigen am Freitag dazu, den Preis als erste Pakistanerin überhaupt gewonnen zu haben.

Der 60-jährige Satyarthi ist in der Öffentlichkeit weit weniger bekannt. Der Inder habe mit großem Mut viele friedliche Demonstrationen und Proteste angeführt, die sich gegen die Ausbeutung von Kindern richteten. Das Nobelkomitee verglich seinen Einsatz mit dem von Mahatma Gandhi. Satyarthi habe dazu beigetragen, dass die Rechte von Kindern in internationalen Konventionen festgeschrieben wurden. "Mit diesem Preis finden die Stimmen von Millionen von Kindern Gehör – Stimmen, die bislang nicht gehört wurden", sagte Satyarthi am Freitag dem indischen Nachrichtensender NDTV in Hindi. "Meine beschränkten und bescheidenen Bemühungen haben es auch mit ermöglicht, dass die Stimmen von Millionen von Kindern, die in Sklaverei leben, gehört werden konnten."

Respekt für junge Menschen

Das Nobelkomitee bezeichnete es als "wichtigen Punkt", eine Muslimin aus Pakistan und einen Hindu aus Indien für ihr gemeinsames Engagement auszuzeichnen. Die Entscheidung des Komitees wurde mit der großen Bedeutung von Bildung für Kinder begründet. 60 Prozent der Weltbevölkerung seien unter 25 Jahre alt. Respekt für diese jungen Menschen sei die Voraussetzung für Frieden auf der Welt.

Die Unesco hat die Vergabe des Friedensnobelpreises an die Kinderrechtsaktivisten als "überwältigende Botschaft an die Welt" gewürdigt. Sie unterstreiche die Bedeutung von Bildung für den Aufbau friedlicher und nachhaltiger Gesellschaften, schrieb Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa.

Auch Papst Franziskus, US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden und die russische Oppositionszeitung Nowaja Gaseta hatten in diesem Jahr zu den aussichtsreichen Anwärtern gezählt. In diesem Jahr standen 278 Männer und Frauen als Kandidaten auf der Liste.    

Friedensnobelpreisträger vergangener Jahre

Im vergangenen Jahr hatte die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) den Friedensnobelpreis erhalten. Hintergrund war die Vernichtung chemischer Waffen aus Syrien. Im Jahr zuvor war die Europäische Union ausgezeichnet worden. Das Komitee würdigte die EU für ihren 60 Jahre währenden Beitrag für Frieden, Demokratie und Menschenrechte in Europa. Für den gewaltfreien Kampf zur Stärkung der Rechte von Frauen bekamen 2011 Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee (beide Liberia) sowie Tawakkul Karman (Jemen) den Friedensnobelpreis. 2010 wurde der chinesische Menschenrechtler Liu Xiaobo ausgezeichnet. Ein Jahr zuvor erhielt US-Präsident Barack Obama den Preis für sein Streben nach Stärkung der internationalen Diplomatie.