Ein freiwilliger spendet Blut im US-Bundesstaat Illinois © Tim Boyle/Getty Images

Schwule und bisexuelle Männer dürfen in den USA unter bestimmten Voraussetzungen künftig Blut spenden. Das teilte die Behörde FDA mit, die unter anderem für die Überwachung von Lebensmitteln und die Zulassung von Arzneimitteln zuständig ist. Ein Blutspende-Verbot für Männer, die in den vergangenen zwölf Monaten Sex mit anderen Männern hatten, bleibt allerdings bestehen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Gefahren seien vor der Entscheidung genau geprüft worden, hieß es in der FDA-Mitteilung. 

Die FDA hatte das Blutspende-Verbot 1983 zu Beginn der Aids-Epidemie erlassen. Der jetzige Schritt könne bedeuten, dass die Zahl der Blutkonserven landesweit um bis zu vier Prozent steige, berichtet die New York Times.

Die USA nähern sich einer ähnlichen Praxis wie sie in  Ländern wie Großbritannien herrscht, das 2011 von dem lebenslangen Verbot abgewichen war und sich für die 12-Monats-Beschränkung entschieden hatte. 

In Deutschland dürfen Schwule bislang kein Blut spenden. Dies ist nach Ansicht des Europäischen Gerichtshof  allerdings eine unzulässige indirekte Diskriminierung. 2013 hatte sich die Bundesärztekammer bereits für eine Lockerung des bestehenden Verbots ausgesprochen.