Julia Klöckner © Fredrik von Erichsen/dpa

Mit Julia Klöckner macht sich eine weitere prominente Christdemokratin für das Verbot eines Vollschleiers stark. Die stellvertretende Chefin der Bundes-CDU sprach sich dafür aus, das Tragen von Burkas in der Öffentlichkeit zu untersagen. "Die Burka-Vollverschleierung steht für mich nicht für religiöse Vielfalt, sondern für ein abwertendes Frauenbild", sagte die rheinland-pfälzische Landespartei- und Landtagsfraktionschefin der Rheinischen Post.

Das Grundgesetz bestehe darauf, dass Frauen und Männer gleich viel wert sind. Außerdem gehöre es zu einer offenen Gesellschaft, jemandem offen ins Gesicht schauen zu können. "Ich bin dafür, dass Vollverschleierung verboten wird."

Eine Burka verschleiert den ganzen Körper und lässt nur die Augen frei. In Frankreich, Belgien und in einem Teil der Schweiz ist das Kleidungsstück in der Öffentlichkeit verboten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erklärte das Verbot in Frankreich jüngst für rechtens. In Deutschland hat Hessen im Februar 2011 als erstes Bundesland ein Burka-Verbot im Öffentlichen Dienst erlassen. In Bayern entschied ein Verwaltungsgericht, dass Schulen Ganzkörperschleier wie Burka oder Nikab verbieten dürfen.  Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn hatte ein Verbot gefordert.

Die Verbotsgegner sehen Religionsfreiheit verletzt, die Meinungsfreiheit und die Achtung des Privat- und Familienlebens. Befürworter eines Verbots mahnen ein, dass zur Kommunikation unter Menschen auch das Gesicht gehört – etwa um nonverbale Signale wie die Mimik wahrnehmen zu können.  

Vollschleier erschweren auch Kindertagesstätten die Arbeit: Die Stadt Essen empfahl den Mitarbeitern, verhüllte Frauen sollten sich notfalls in einem Nebenraum den Kindergärtnerinnen zu erkennen geben, ehe ihnen ihre Kinder übergeben werden könnten. An der Bodelschwingh-Grundschule der Stadt löste eine Mutter Angst unter Schülern aus, als sie unter Vollverschleierung das Gebäude betrat, um ihr Kind abzuholen. Die Schulleitung konnte sie davon überzeugen, vor dem Schultor zu warten.