"Dresden für alle" fordern die Gegendemonstranten. © Hannibal Hanschke/Reuters

Das rechtspopulistische Pegida-Bündnis bekommt weiter Zulauf. Rund 15.000 Menschen demonstrierten laut Angaben der Polizei am Montagabend in Dresden. Es war die neunte und bisher größte Anti-Islam-Demonstration der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida). Das Bündnis kämpft gegen eine angebliche Überfremdung des Landes und setzt sich für ein schärferes Asylgesetz ein.

Die Gegenseite hat sich ebenfalls mobilisiert. Bereits vor Beginn der Pegida-Demonstration waren laut Polizei 5.600 Menschen gegen Intoleranz und für Flüchtlinge auf die Straße gegangen. Das Bündnis Dresden Nazifrei hatte den Protestzug organisiert. Mit dabei waren auch die Grünen-Bundesvorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir.

Vor der Semperoper hielt die Vereinigung Dresden für alle eine Kundgebung für Flüchtlinge, Religionsfreiheit und Menschenrechte. Nach der Kundgebung vor der Semperoper zogen die Gegner weiter zum Rathaus, wo sie in Sichtweite der Pegida-Auftaktkundgebung gegen Rassismus protestierten.

Die Polizei war erneut mit weit mehr als 1.000 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz. In der vergangenen Woche hatten rund 20.000 Menschen beider Lager in der sächsischen Landeshauptstadt protestiert. Pegida ruft seit Wochen zu Montagsdemonstrationen in Dresden auf. In mehreren Städten wie Düsseldorf oder Bonn gibt es mittlerweile Ableger der Bewegung.

CDU kritisiert Pegida

Der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Günter Krings (CDU), kritisierte die Organisatoren von Pegida unterdessen scharf. "Wenn sich die Organisatoren angeblich gegen Islamisierung wenden, sich aber in ihren Forderungen zuallererst mit den Flüchtlingen in unserem Land beschäftigen, zeichnet das ein gefährlich verzerrtes Bild", sagte Krings der Rheinischen Post. Denn die Menschen, die etwa aus Syrien nach Deutschland kämen, seien selbst auf der Flucht vor den Islamisten in ihren Heimatländern, betonte Krings. Von einer "Islamisierung" durch Flüchtlinge könne keine Rede sein.