Der Deutsche Ethikrat hat sich im Grundsatz gegen ärztlich assistierte Selbsttötung ausgesprochen, die Beihilfe zum Suizid. In einer Ad-hoc-Empfehlung zur Regelung der Suizidbeihilfe rät das Gremium der Bundesregierung die gesetzliche Stärkung der Suizidprävention und schließt sich der Einschätzung der Bundesärztekammer an, wonach die Mithilfe des Arztes bei einer Selbsttötung keine ärztliche Aufgabe ist.

Trotz der grundsätzlichen Ablehnung forderte der Rat die Ärztekammern auf, einheitlich zum Ausdruck zu bringen, dass Gewissensentscheidungen in einem vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnis, die im Widerspruch zu diesem Grundsatz stehen, "bei Ausnahmesituationen respektiert werden".

Damit stärkt der Ethikrat nach Ansicht einer Gruppe von Koalitionsabgeordneten die Gewissensfreiheit der Mediziner. "In für sie ausweglosen Situationen müssen todkranke Menschen das Recht haben, den Arzt um Suizidassistenz zu bitten. Es bleibt die freie Gewissensentscheidung des Arztes, ob er diesem Wunsch folgen will", sagten Bundestagsvizepräsident Peter Hintze sowie SPD-Fraktionsvize Carola Reimann, die diese Gruppe vertreten.

"Wir begrüßen das klare Votum des Deutschen Ethikrates, das die hohe Bedeutung der Suizidprävention betont", sagten Hintze und Reimann. Damit werde der Ethikrat dem breiten Mehrheitswillen in der Bevölkerung gerecht. Die große Mehrheit der Bevölkerung befürworte die ärztliche Suizidassistenz.

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. Kein Arzt und auch sonst niemand darf einen Schwerstkranken zum Beispiel mit einer Spritze töten, selbst wenn dieser das unbedingt möchte. Einem Sterbewilligen ein tödliches Medikament zu besorgen, das er selbst einnimmt, ist dagegen nicht strafbar.