Pegida-Anhänger bei einer Demonstration im Januar in Dresden © Thomas Lohnes/Getty Images

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland einer Dokumentation zufolge 77 Flüchtlinge tätlich angegriffen worden. Die Menschenrechtsorganisationen Pro Asyl und die Amadeu Antonio Stiftung zählten außerdem 153 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte. Die meisten rassistisch motivierten Körperverletzungen hätte es in Sachsen gegeben, teilten die Organisationen mit. Sie sehen in den Zahlen ein erschreckend hohes Maß an flüchtlingsfeindlicher Hetze und Gewalt.


Die beiden Organisationen zählten 35 Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und 118 Sachbeschädigungen. Zudem dokumentierten sie 256 flüchtlingsfeindliche Kundgebungen oder Demonstrationen.

"Es ist katastrophal, dass Menschen, die hier Schutz suchen, rassistische Anschläge und Übergriffe befürchten müssen", sagt Günter Burkhardt, der Geschäftsführer von Pro Asyl. Dies gelte insbesondere für Sachsen, wo es der Dokumentation zufolge 2014 mit Abstand zu den meisten rassistisch motivierten Körperverletzungen gegen Flüchtlinge kam. Doch die Gewalt gegen Flüchtlinge beschränkt sich nicht nur auf Ostdeutschland. Die meisten Anschläge auf Unterkünfte gab es der Erhebung zufolge in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Sachsen und Bayern.

Rassismus nimmt seit Pegida zu

In Sachsen hat die antiislamische Protestbewegung Pegida ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") ihren Ursprung. Flüchtlinge und Migranten berichteten der Mitteilung zufolge, dass rassistische Pöbeleien im Zuge der islamkritischen Pegida-Demonstrationen in Dresden deutlich zugenommen hätten. Burkhardt warnte davor, diese Bewegung salonfähig zu machen.