Arbeitssuchende in Saudi-Arabien können sich auf acht neue Stellen als Henker bewerben, die das Innenministerium ausgeschrieben hat. Das berichten übereinstimmend die New York Times und der Guardian. Für Enthauptungen und zum Abschlagen der Hände etwa von verurteilten Dieben würden keine besonderen Fähigkeiten oder Vorbildung vorausgesetzt.

Angesichts der wachsenden Zahl von Hinrichtungen in dem Land könne jedoch eine starke körperliche wie geistige Konstitution in dem Job nicht schaden. Eine Gehaltsangabe war in der Stellenausschreibung nicht enthalten.

Allerdings ist laut NYT schon seit einiger Zeit bekannt, dass in Saudi-Arabien ein Mangel an Henkern besteht, die geübt im Umgang mit Schwertern seien. Deshalb erwägt das Königreich auch, künftig mehr Hinrichtungen einem Erschießungskommando zu übergeben.

Erst am Sonntag wurde dem Bericht der New York Times zufolge ein Mann wegen eines Drogendeliktes enthauptet.

Nach Zählungen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat Saudi-Arabien damit in diesem Jahr bereits 85 Menschen hingerichtet. Das sind fast so viele Exekutionen wie vergangenes Jahr insgesamt, als an 88 Menschen ein Todesurteil vollstreckt wurde.

In Saudi-Arabien kann auf eine Reihe von Straftaten die Todesstrafe ausgesprochen werden. Darunter können religiöse Vergehen wie Koranschändung und Gotteslästerung fallen, aber auch die "Ergreifung von Maßnahmen gegen den König", die als Angriff auf die staatliche Ordnung verstanden werden.

Hinzu kommen neben Mord soziale und sexuelle Vergehen wie Hexerei, Ehebruch, Homosexualität, Vergewaltigung oder Prostitution. Auch Drogenhandel, Korruption und schwere Raubüberfalle können in einer Hinrichtung enden.