Der Bayerische Rundfunk will künftig kein Ramadan-Logo mehr zeigen. Das Symbol mit islamischem Halbmond hatte der BR während Sendungen eingeblendet, in denen es um den muslimischen Fastenmonat Ramadan ging. "Das Logo war die ersten Tage drin, um den Themenschwerpunkt Ramadan einzuläuten, aber wir wollten verhindern, dass es Verwirrungen auslöst bei den Zuschauern und dadurch von der Sache ablenkt", sagte einer Sprecherin des Senders. Der BR war zuvor vor allem im Internet mitunter heftig kritisiert worden.

Auf der Facebook-Seite des Senders hatte eine Nutzerin geschrieben: "Wir sind ein christliches Land – und unsere Feiertage wurden noch nie eingeblendet. Was betreibt ihr für eine Volksverblödung?" 209 Nutzer klickten unter ihrem Beitrag auf "Gefällt mir". Ein anderer Nutzer schrieb: "Unter FJS hätte es das nicht gegeben – da wären jetzt beim BR Köpfe gerollt – und zu recht." Ein Zuschauer kommentierte: "Wir leben in DEUTSCHLAND oder besser gesagt in BAYERN .... zefix noamoi."

Aufgebracht sollen auch mehrere CSU-Politiker reagiert haben. Auf einer Sitzung ihrer Fraktion im bayerischen Landtag kritisierten sie den Sender scharf und forderten, an dessen Intendanten, Ulrich Wilhelm, einen Protestbrief zu schreiben. Kritik hätte den Sender auch über den Zuschauerservice erreicht. Dort hätten sich Menschen gemeldet, die "sich fragen und sich wundern", sagte eine BR-Sprecherin.

Der Sender rechtfertigte seine Entscheidung, einen Themenschwerpunkt über den Fastenmonat zu senden. Er solle Vorurteile gegenüber dem Islam abbauen. Denn "oft beherrschen Vorurteile das Denken über Religion und Kultur", teilte der Sender mit. Zudem hätten die in Bayern lebenden Muslime, "wie alle anderen Einwohner Bayerns ebenso einen Anspruch darauf, in den Programmen des Bayerischen Rundfunks präsent zu sein".