Die belgische Staatsanwaltschaft hat gegen eine weitere Person Haftbefehl erlassen, die verdächtigt wird, an den Anschlägen von Paris beteiligt gewesen zu sein. Dem 22-jährigen Mann werde vorgeworfen, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein und an terroristischen Morden teilgenommen zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Mann sei während einer Razzia im Brüsseler Stadtteil Molenbeek festgenommen worden, hieß es. Aus diesem Bezirk stammt auch Salah Abdeslam. Dieser soll maßgeblich an den Anschlägen Mitte November beteiligt gewesen sein und ist seitdem flüchtig.

Die Behörden in Brüssel hatten am hatten am Mittwoch aus Angst vor weiteren Anschlägen das Silvesterfeuerwerk abgesagt. In Zusammnhang mit der Absage seien sechs Personen festgenommen und verhört worden, teilte die Polizei mit. Es werde geprüft, ob Haftbefehl erlassen werde. Einen Zusammenhang zwischen der Festnahme in Molenbeek und der Absage, hieß es. In vielen europäischen Metropolen überwacht ein massives Sicherheitsaufgebot die Neujahrsfeiern.

Seit Wochen sind die belgischen Behörden in Alarmbereitschaft. Nach den Anschlägen von Paris führten viele Spuren in das Land. Mindestens zwei der Attentäter wohnten im Brüsseler Stadtteil Molenbeek, der bereits häufiger in Verbindung mit Islamisten gebracht wurde. Das Viertel gilt als sozialer Brennpunkt und Islamistenhochburg. Zu den Anschlägen in Paris bekannte sich die Extremistenmiliz IS.