Der mutmaßliche Terrorist von Lyon hat sich im Gefängnis erhängt. Der 35-jährige Yassin S. sei am Dienstagabend tot in seiner Zelle gefunden worden, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Gefängnisverwaltung von Fleury-Mérogis nahe Paris.

Yassin S. war Ende Juni bei dem Versuch überwältigt worden, auf dem Gelände eines Werks für Industriegase in Saint-Quentin-Fallavier bei Lyon eine Explosion herbeizuführen. Zuvor hatte er seinen Chef getötet und enthauptet, wie er den Ermittlern gestand. Der abgetrennte Kopf seines Chefs war an einem Zaun hängend gefunden worden, neben Fahnen mit Glaubensbekenntnissen zum Islam.

Dennoch hatte der Mann einen islamistischen Hintergrund geleugnet und die Tat mit einem Konflikt mit seinem Vorgesetzten und Problemen in seiner Ehe begründet. Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins war aber weiter von einem Terrormotiv ausgegangen und hatte von einer möglichen Verbindung zum "Islamischen Staat" (IS) in Syrien gesprochen.

Nach der Tat hatte die Justiz ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen Yassin S. eingeleitet. Dem 35-Jährigen wurden demnach unter anderem Mord in Verbindung mit einem terroristischen Hintergrund sowie Entführung vorgeworfen.