Papst Franziskus hat in seiner Silvesterpredigt dazu aufgerufen, den Glauben an das Gute nicht zu verlieren. "Das Gute gewinnt immer, auch wenn es in manchen Momenten schwächer und unsichtbar zu sein scheint", sagte er in einem Gottesdienst zum Jahresabschluss im Petersdom in Rom.

Zuvor erinnerte das Oberhaupt der katholischen Kirche an Kriege, Gewalt, Terror und Flucht in aller Welt. Das Jahr 2015 sei von "unsagbaren Leiden vieler Unschuldiger" geprägt, insbesondere von Flüchtlingen. Diese seien "gezwungen worden, ihre Heimat zu verlassen", ohne feste Unterkunft, Nahrungsmittel und Unterhalt. Zugleich habe es "großartige Gesten der Güte, der Liebe und der Solidarität" gegeben.

Diese "Zeichen der Liebe" dürften nicht von der Vorherrschaft des Bösen verdunkelt werden. Insbesondere in der Stadt Rom, die 2015 von mehreren Skandalen und dem Rücktritt des Bürgermeisters erschüttert wurde, sei Engagement nötig, "um die Kernwerte von Ehrlichkeit und Solidarität zurückzugewinnen".

Bei der Silvestervesper wurde traditionell das Te Deum gesungen. Mit dem feierlichen traditionellen Lob-, Dank- und Bittgesang (vom lateinischen "Te Deum laudamus" – "Dich Gott loben wir") wird für das zu Ende gehende Jahr gedankt. Im Anschluss an die Zeremonie besuchte Franziskus die Krippe auf dem Petersplatz.     

Syrischer Bischof kritisiert Weltmächte

Der katholische Hilfswerk-Dachverband Caritas Internationalis hat zum Jahreswechsel neue Friedensbemühungen für Syrien gefordert. "Wir wollen kein Brot, wir wollen Frieden", sagte der Bischof von Aleppo und syrische Caritas-Präsident Antoine Audo laut einer von Caritas Internationalis im Vatikan verbreiteten Mitteilung. Es könne keine militärische Lösung des Konflikts geben, nur eine politische.

Der Bischof lobte die ausländischen Staaten dafür, dass sie syrische Flüchtlinge "in Würde und Respekt" aufnähmen. Ziel müsse aber sein, ein Syrien zu schaffen, "in das sie eines Tages zurückkehren können". Audo wandte sich entschieden gegen Rüstungshilfen für Gegner der Regierung Baschar al-Assads. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht Milizen "unter dem Deckmantel der Bewaffnung der moderaten Opposition" unterstützen. Krieg und Frieden in Syrien lägen in der Hand der Großmächte, sagte der Bischof.

Mehr Engagement für regionale Lösung

In fünf Jahren Krieg sei Syrien von einem "wunderschönen und autarken Land" zu einem "Sklaven" der Weltmächte wie auch der Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien herabgesunken. Gewalt und religiöser Extremismus hätten das Land materiell und moralisch verarmen lassen. Syrien habe seine Bildungs- und Wirtschaftselite verloren, so Audo.

Die internationale Gemeinschaft müsse Friedensgespräche mit allen Beteiligten "ohne Vorbedingungen" beginnen und den Aufbau einer Regierung der nationalen Einheit begleiten. Frieden könne "nur von innerhalb der Region kommen und nicht von außen aufgezwungen werden", sagte der Bischof.