In Deutschland gibt es dem Verfassungsschutz zufolge inzwischen 7.900 Salafisten. Damit habe die Szene einen neuen Höchststand erreicht, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, dem Tagesspiegel. Vor zwei Jahren waren es noch 5.500 Salafisten.

Zugleich nehme die Zahl von Islamisten, die sich aus Deutschland in die Konfliktgebiete in Syrien und Irak begeben, nicht mehr so stark zu wie zuvor. Seit Jahresanfang gab es demnach hierzulande etwa 760 "Dschihad-Reisende". Im letzten Jahr hatte seine Behörde noch eine Verdopplung auf 550 von 270 registriert.

Maaßen warnte davor, in den nach Deutschland flüchtenden Asylsuchenden "pauschal eine terroristische Bedrohung zu sehen". Allerdings wäre es auch "kurzsichtig, so zu tun, als hätte der Flüchtlingsstrom überhaupt keine Auswirkung auf unsere Sicherheit", fügte er hinzu. So versuchten Salafisten nach wie vor, im Umfeld von Flüchtlingsheimen Anhänger zu gewinnen.

Eine beunruhigende Entwicklung für die Sicherheitslage sei zudem die Radikalisierung rechtsextremer Gruppen. Diese fühlten sich durch die Zuwanderung und die Anschläge in Paris in ihren Ressentiments bestätigt und machten Politiker und die Medien dafür verantwortlich.

Im Internet sei eine Verschärfung der Wortwahl im Sinne eines "zivilgesellschaftlichen Widerstands gegen das herrschende System" erkennbar, sagte Maaßen. Anschlagspläne auf Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte die vom Verfassungsschutz aufgedeckt wurden, bereiteten Maaßen große Sorge.