Der Begriff klingt harmlos, aber er bezeichnet ein Kriegsverbrechen: "Trostfrauen" heißen in Japan Hunderttausende Frauen, die im Zweiten Weltkrieg in Militärbordellen festgehalten und missbraucht wurden. Seit 1938 hatte das japanische Militär systematisch junge Mädchen und Frauen verschleppt, um den Soldaten in den von Japan besetzten Gebieten "Trost und Wohl zu spenden". Die Opfer wurden zum Teil über Jahre gefoltert und vergewaltigt.

Die japanische Regierung will sich nun offiziell bei Südkorea für die Versklavung der Frauen entschuldigen. Das teilte Außenminister Fumio Kishida mit. Die Regierung fühle sich verantwortlich. Über diesen Wortlaut hatten beide Länder jahrzehntelang gestritten. Zudem will die japanische Regierung eine Milliarde Yen (rund 7,6 Millionen Euro) für einen Fonds für die ehemaligen Sexsklavinnen zur Verfügung stellen.

Der Streit um eine Entschädigung für die Zwangsprostituierten hatte die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und Südkorea stark belastet. Nun habe man ein "endgültiges und unwiderrufliches Abkommen" erzielt, sagte Südkoreas Außenminister Yun Byung Se nach einem Treffen mit seinem japanischen Amtskollegen in Seoul. Man sehe die Auseinandersetzung damit als erledigt an. Voraussetzung sei allerdings, dass Japan sich dauerhaft an die vereinbarten Schritte halte.

Japan herrschte von 1910 bis 1945 als Kolonialmacht über Korea. Erst Anfang der neunziger Jahre hatten sich südkoreanische Überlebende der Zwangsprostitution an die Öffentlichkeit gewagt und für eine Entschädigung demonstriert. 1995 richtete Japan einen ersten Entschädigungsfonds ein. Viele Koreaner hielten das aber für unzureichend. Inzwischen ist fast keine der versklavten Frauen mehr am Leben.