Frankreichs Präsident François Hollande © John MacDougall/AFP/Getty Images

Frankreichs Präsident François Hollande hat in Erinnerung an die vor einem Jahr im Pariser Vorort Montrouge ermordete Polizistin eine Gedenkplatte eingeweiht. Bei der Zeremonie wurde nach der Enthüllung der Plakette die Marseillaise gesungen, bevor eine Schweigeminute abgehalten wurde. Die junge Beamtin war am 8. Januar 2015 auf offener Straße in Montrouge von dem Islamisten Amedy Coulibaly erschossen worden.

Die Tat erfolgte einen Tag nach dem Angriff zweier Islamisten auf die französische Satirezeitung Charlie Hebdo, bei dem zwölf Menschen getötet worden waren. Einen Tag nach der Ermordung der Polizistin griff Coulibaly, der mit den anderen beiden Attentätern bekannt war, einen koscheren Supermarkt in Paris an und tötete dort vier Juden. Die Serie von Gewalttaten endete mit der Erstürmung des Supermarkts sowie einer Druckerei. Die Attentäter wurden von der Polizei getötet.

Am vergangenen Dienstag waren bereits Plaketten in Erinnerung an die vier getöteten Juden, die Opfer des Angriffs auf Charlie Hebdo sowie den vor dem Redaktionsgebäude getöteten Polizisten Ahmed Merabet eingeweiht worden. Am Samstagnachmittag nach dem Ende des Sabbats ist zudem eine Zeremonie vor dem Supermarkt im Gedenken an die Opfer geplant, an der Premierminister Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve teilnehmen wollen.

Der muslimische Dachverband CFCM hatte die Moscheen dazu aufgerufen, am Wochenende ihre Türen für Besucher zu öffnen und einen "Tee der Brüderlichkeit" zu organisieren. So solle ein "Islam der Verständigung" verteidigt und gegen die "Gefahr der Stigmatisierung" gekämpft werden.

Am Sonntag ist auf dem Pariser Platz der Republik eine Gedenkfeier geplant, um an die knapp 150 Menschen zu erinnern, die im vergangenen Jahr in Frankreich islamistischer Gewalt zum Opfer fielen.