Als zweite evangelische Landeskirche traut die rheinische Kirche künftig homosexuelle Paare. Die 210 Delegierten der Landessynode der zweitgrößten evangelischen Kirche in Deutschland beschlossen in Bad Neuenahr mit großer Mehrheit eine Änderung der Kirchenordnung. Es gab sechs Gegenstimmen und acht Enthaltungen.

Die Trauung von Paaren in eingetragener Lebenspartnerschaft wird wie die Ehe in die Kirchenbücher eingetragen. Bisher ermöglichte nur die Evangelische Kirche Hessen-Nassau die Trauung homosexueller Paare. In einigen anderen der 20 Landeskirchen sind Segnungen homosexueller Paare möglich. Sie gelten aber nicht als Amtshandlungen. Im April will auch die Landeskirche Berlin-Brandenburg die Trauung für Homosexuelle einführen. 

Pfarrerinnen und Pfarrer dürfen nach der Neuregelung die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare aus Gewissensgründen ablehnen. Dann muss die Gemeindeleitung mithilfe des Superintendenten die Trauung in einer anderen Kirchengemeinde organisieren. Damit würdige die Synode das unterschiedliche Bibelverständnis zu diesem Thema, teilte ein Sprecher mit. Einige Delegierte hielten die Trauung Homosexueller für unvereinbar mit der Bibel.

Die Evangelische Kirche im Rheinland gilt als besonders liberal. Noch bevor das Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft in Kraft getreten war, hatte sie schon im Jahr 2000 eine gottesdienstliche Begleitung für homosexuelle Paare beschlossen.

Auch in der katholischen Kirche wird viel über den Umgang mit Homosexuellen diskutiert. Die katholischen Bischöfe lehnen Trauungen und Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartner generell ab. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) plädiert für die Segnung homosexueller Paare.