Nach einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter bei Bremen im vergangenen Sommer haben Ermittler in zwei Tatautos DNA-Spuren von Mitgliedern der früheren Roten Armee Fraktion (RAF) gefunden. Das berichtete der Sender NDR. Von der zuständigen Staatsanwaltschaft Verden war dazu keine Stellungnahme zu erhalten, Polizeikreise bestätigten den Vorgang aber.

Die linksextreme Terrororganisation RAF hatte sich 1998 für aufgelöst erklärt. Einige ihrer damaligen Mitglieder sind aber bis heute untergetaucht und stehen weiter auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die RAF in Deutschland aktiv, mehr als 30 Menschen starben durch den RAF-Terror.

Bei dem Überfall am 6. Juni 2015 auf dem Parkplatz eines Verbrauchermarkts in Groß Mackenstedt, einem Ortsteil der Gemeinde Stuhr bei Bremen, hatten zunächst zwei mit Tarnanzügen gekleidete und maskierte Menschen den Geldtransporter zugeparkt. Anschließend stiegen sie aus und bedrohten die Transporteure in ihrem Fahrzeug. Als ein dritter Täter ebenfalls im Tarnanzug hinzukam, fielen mindestens drei Schüsse, berichtete die Polizei kurz nach der Tat. Verletzt wurde niemand, die Kugeln blieben in einem Reifen und im Blech stecken. Nachdem die Kriminellen die Türen nicht öffnen konnten, ergriffen sie die Flucht mit einem Auto, das der dritte Täter mitgebracht hatte

Bei den nun gefundenen DNA-Spuren handele es sich um die genetischen Fingerabdrücke von Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg, berichtete der NDR. Alle drei werden der letzten RAF-Generation zugerechnet.

Die Tat weise Ähnlichkeiten mit einem Überfall in Duisburg-Rheinhausen (NRW) aus dem Jahr 1999 auf, hieß es in dem NDR-Bericht weiter. Auch damals hätten die Täter zwei Tatfahrzeuge sowie Schnellfeuergewehre verwendet. Bei dem Überfall auf einen Geldtransporter konnten die Täter rund eine Million Mark erbeuten. In einem der beiden Fahrzeuge seien damals die Masken der Täter gefunden worden. An ihnen fanden sich demnach die genetischen Fingerabdrücke von Klette und Staub.

Staub, Klette und Garweg werden dem Bericht zufolge auch mit dem Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt im hessischen Weiterstadt im Jahre 1993 in Verbindung gebracht. Zuständig für die Ermittlungen in Groß Mackenstedt sei die Staatsanwaltschaft in Verden und nicht die Bundesanwaltschaft. Die Behörden gingen also offenbar nicht davon aus, dass die Taten zur Finanzierung von Terrorakten dienten.