Jada Pinkett Smith auf einer Filmpremiere im vergangenen Jahr © Luke MacGregor/Reuters

Hollywood-Schauspielerin Jada Pinkett Smith und Regisseur Spike Lee wollen die Oscarverleihung boykottieren. Der Grund: In diesem Jahr sind erneut keine schwarzen Schauspieler nominiert worden. "Ich werde mir die Academy Awards nicht ansehen", sagte Smith in einem Facebook-Video. "Um Anerkennung zu betteln oder auch nur darum zu bitten, mindert Würde und Macht." Sie fügte hinzu: "Wir sind würdevolle Menschen, und wir sind mächtig."

Spike Lee, der im vergangenen Jahr einen Ehren-Oscar gewonnen hatte, kritisierte auf Instagram: "Wie ist es möglich, dass zum zweiten Jahr in Folge alle 20 Anwärter in der Schauspielkategorie weiß sind?" Er wisse, dass das wahre Problem nicht beim Filmpreis selbst zu suchen sei. "Es liegt an den Büros der Hollywood-Studios und den Fernsehbetreibern", schrieb Lee. Denn dort werde entschieden, welche Filme gedreht würden.

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hatte am Donnerstag die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Kurz darauf startete in den Sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #OscarsSoWhite die Kritik am Fehlen schwarzer Oscar-Anwärter.

Die afroamerikanische Präsidentin der Oscar-Akademie, Cheryl Boone Isaacs, äußerte sich daraufhin in einer Mitteilung über die fehlende Vielfalt bei den Nominierten. Sie sei untröstlich und frustriert, schrieb sie. Die Akademie arbeite daran, Vielfältigkeit unter ihre Mitglieder zu bringen. "Leider kommen diese Veränderungen nicht so schnell, wie wir es gerne hätten", schrieb Isaacs. 

Moderiert werden die Oscars in diesem Jahr vom afroamerikanischen Comedian Chris Rock. Ihm wünschte Smith viel Glück: "Ich kann mir keinen Besseren für diesen Job vorstellen", sagte sie in ihrem Video.