Die Hilfslieferung für Tausende hungernde Menschen ist in der belagerten Stadt Madaja eingetroffen. Die ersten Lastwagen des Konvois mit insgesamt 330 Tonnen Nahrung und Medikamenten erreichten den Ort im Westen Syriens, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mitteilte. Bevor die Helfer in die Stadt gelangten, mussten die Fahrzeuge etwa 20 Kontrollpunkte der Truppen des Assad-Regimes passieren.

Seit einem halben Jahr ist Madaja von Regierungssoldaten eingeschlossen. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte schätzt, dass sich bis zu 40.000 Menschen dort aufhalten. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen spricht von mehr als 20.000 Menschen. Eigentlich leben in der Stadt nur einige Tausend Menschen, doch infolge heftiger Kämpfe um die nahe gelegene Stadt Sabadani waren viele Bewohner nach Madaja geflohen.

Seit Dezember starben in Madaja nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen mindestens 28 Menschen an Mangelernährung – darunter sechs Kinder im Alter unter fünf Jahren. Das Hilfspaket reicht nun nach Angaben des Syrischen Roten Halbmonds aus, um die bis zu 40.000 Menschen in der Stadt 40 Tage lang zu versorgen.  

Zeitgleich zu der Hilfe für Madaja sollte auch eine Lieferung in den von Rebellen belagerten Orten Fua und Kefraja im Nordwesten Syriens eintreffen. Diese Dörfer werden von Regierungstruppen gehalten, auch dort war nach Angaben von Menschenrechtlern ein Mensch infolge der Blockade gestorben. Die Hilfslieferungen in Madaja und den beiden Dörfern gehen auf eine Abmachung zwischen dem Regime von Baschar al-Assad und den Rebellen zurück.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat unterdessen ein sofortiges Ende der Belagerung der syrischen Stadt Madaja und ein Ende der Luftangriffe auf Zivilisten gefordert. Fabius sagte, es sei "absolut notwendig", dass Syriens Regierungstruppen und Russland die Militäreinsätze gegen Zivilisten beendeten. Das Leiden der Menschen in Madaja und in "allen anderen belagerten Städten" müsse aufhören.