Im südfranzösischen Marseille hat ein Jugendlicher einen jüdischen Lehrer mit einer Machete angegriffen und verletzt. Nach Angaben der Behörden attackierte der 15-jährige Angreifer den Lehrer auf offener Straße und verletzte ihn leicht an der Hand und am Rücken.

Der junge türkische Staatsbürger kurdischer Herkunft habe sich nach dem Angriff auf Allah und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) berufen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bislang sei er der Polizei nicht bekannt gewesen. Er habe sich vermutlich über das Internet radikalisiert.

Innenminister Bernard Cazeneuve sprach von einer "antisemitischen Aggression", auch die Polizei stufte den Vorfall als "eindeutig antisemitisch" ein. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein wegen Mordversuchs wegen der religiösen Zugehörigkeit des Opfers und Terror-Verherrlichung.

Der Jugendliche floh nach dem Angriff zu Fuß und ließ die Machete am Tatort zurück, wurde aber wenige Minuten später von der Polizei festgenommen. Aus dem Umfeld der Ermittler verlautete, dass der Angreifer zwar "sehr überdreht" und offenbar nicht "im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte" gewesen sei. Zugleich aber stufe er selbst seine Tat als antisemitisch ein.

Der jüdische Dachverband in Frankreich erklärte, der Angreifer habe zugegeben, "im Namen des Islams und aus Hass auf Juden" gehandelt zu haben. Einer anderen jüdischen Institution in Marseille zufolge wurde bei dem Jugendlichen auch ein Messer gefunden. Demnach soll er bei seiner Attacke auf den 35-jährigen Lehrer zudem "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben.