Zieht viele Ängstliche an: die AfD © Hannibal Hanschke/Reuters

Immer mehr Menschen in Deutschland haben Angst vor Kriminalität, vor einem Terroranschlag und dem starken Zuzug von Flüchtlingen. Gaben im vergangenen Jahr noch 60 Prozent der Befragten an, dass Kriminalität sie besorge, fürchten sich laut einer neuen Allensbach-Umfrage 82 Prozent vor der Zunahme von Kriminalität, schreibt die FAZ. 74 Prozent haben Angst vor einem Terroranschlag, 73 Prozent fürchten, dass immer mehr Flüchtlinge ins Land kommen. Im vergangenen Jahr hatte nur etwa die Hälfte der Befragten die Sorge geäußert, dass das Land durch Flüchtlinge überfordert werden könnte.

Derzeit meinen 58 Prozent der Befragten, dass wir in einer besonders unsicheren Zeit leben. Vor fünf Jahren sagten das nur 44 Prozent. 

Auf ihrer Suche nach Sicherheit finden die meisten Menschen zu rechtskonservativen Parteien. 84 Prozent der AfD-Anhänger sind der Ansicht, es fehle an Orientierung. Bei CDU/CSU und SPD sind das nur etwas mehr als 50 Prozent. Am wenigsten zu verunsichern sind Anhänger der Grünen – nur 43 Prozent sehen eine allgemeine Unsicherheit. Dagegen machen sich 73 Prozent der AfD-Anhänger Sorgen wegen der "allgemeinen Unsicherheit, wie es weitergeht". Während sich die Bevölkerung insgesamt zu 29 Prozent Sorgen macht, dass sich in ihrer Region vieles verändert und die "Gegend ihren Charakter verliert", sind es unter den Anhängern der AfD 50 Prozent.

Die Bewahrer sind vor allem in älteren Teilen der Bevölkerung anzutreffen. Von 30 Jahren an sagen immer mehr Menschen, dass es am Besten wäre, wenn sich nichts ändern würde. Nur bei den 16- bis 29-Jährigen ist es umgekehrt.

Hintergrund der Entwicklung der Umfragewerte ist die allgemein gute Lage in Deutschland. Der atmosphärische Kontrast zwischen Januar 2015 und 2016 zeige, dass sich die Gesellschaft "mit der Gegenwart recht gut arrangiert hat und sich deshalb vor Veränderungen fürchtet", schreibt Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach in der FAZ.

Dabei sind die Deutschen keineswegs fortschrittsfeindlich. Weniger als ein Drittel denkt bei Veränderungen oder technischem Fortschritt zuerst an die Risiken technologischer Entwicklung. Doch vor die Wahl gestellt, ob sie im Zuge von Veränderungen eher die persönliche Freiheit oder die Sicherheit wichtiger finden, entschieden sich deutlich mehr für die Sicherheit.