Mitglieder der Hilfsorganisation Emergency Response Centre International (ERCI) erwarten die Ankunft eines Boots an der griechischen Küste. © Aris Messinis/AFP/Getty Images

In knapp zwei Monaten seit Jahresbeginn sind bereits mehr als 100.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen. 2015 sei diese Zahl erst im Juli erreicht worden, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit.

97.000 Männer, Frauen und Kinder sind den Angaben zufolge in Griechenland angekommen. Über Italien kamen in dem Zeitraum nur etwa 7.500.

Mehr als 410 Flüchtlinge sind in diesem Jahr bereits auf ihrer Flucht ums Leben gekommen. Allein auf der Überfahrt von der Türkei zu den griechischen Inseln starben 321 Menschen. Laut griechischen Behörden kommt etwa die Hälfte aller Flüchtlinge aus Syrien (48 Prozent), gefolgt von Afghanistan (25 Prozent) und dem Irak (17 Prozent). Im Februar haben nach IOM-Angaben mehr als 26.000 Flüchtlinge und Migranten die griechische Grenze zu Mazedonien überquert.

Fluchtrouten - Flüchtlinge und die Schleuserindustrie 2015 haben nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen über eine Millionen Flüchtlinge Europa erreicht. Die meisten von ihnen sind angewiesen auf Schleuser, die ihnen einen Platz auf einem Boot oder Transporter vermitteln.

Nach Einschätzung europäischer Behörden suchen sich internationale Schleuserbanden aufgrund der Verschärfung der Grenzkontrollen auf der Balkanroute neue Wege Richtung Norden. Eine stärkere Sicherung der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei werde außerdem dazu führen, dass Flüchtlinge auf die gefährliche zentrale Mittelmeerroute aus Libyen und Ägypten ausweichen, berichtet die Welt am Sonntag.

Nachrichtendienste aus verschiedenen Ländern hätten beobachtet, dass in libyschen Küstenorten bereits zwischen 150.000 und 200.000 Flüchtlinge auf besseres Wetter warteten, um die Fahrt übers Mittelmeer zu wagen. Bislang kämen die Flüchtlinge dort vor allem aus Eritrea, Nigeria und Somalia. Die Zahl der Migranten aus der Kriegsregion in Syrien steige jedoch.