Bei schweren Anschlägen auf religiöse Minderheiten in den syrischen Großstädten Homs und Damaskus sind nach Angaben von Aktivisten mehr als 150 Menschen getötet worden. Die Zahl der Todesopfer bei der Anschlagsserie in der Nähe eines schiitischen Schreins südlich von Damaskus habe sich auf 96 erhöht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntagabend mit.

Insgesamt erschütterten demnach sechs Explosionen ein Viertel der Alawiten-Minderheit in Homs und einen Schiitenbezirk im Süden der Hauptstadt Damaskus. Allein in Damaskus wurden demnach 180 Menschen verletzt. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich in einer Online-Botschaften zu den Taten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Am südlichen Stadtrand der syrischen Hauptstadt Damaskus wurden bei Explosionen mindestens 62 Menschen getötet. Im Schiitenbezirk Sajeda Sainab sei eine Autobombe explodiert, zudem hätten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Der Ursprung der vierten Detonation blieb zunächst unklar.

Unter den 59 Toten der zwei Autobomben im Stadtteil Sahraa in Homs, in dem vor allem Anhänger der religiösen Minderheit der Alawiten wohnen, waren mindestens 39 Zivilisten. Die erste Bombe explodierte in einem Wagen, der auf einem Autotransporter geparkt war. Ein zweites Fahrzeug explodierte kurze Zeit später in der Nähe.

Erst Ende Januar war es in beiden betroffenen Gebieten zu ähnlichen Anschlägen mit Dutzenden Toten gekommen. Auch hier bekannte sich die Terrormiliz IS zu den Taten. Die sunnitischen Dschihadisten sehen Angehörige anderer muslimischer Glaubensrichtungen als Abtrünnige. Sowohl das Alawiten-Viertel in Homs als auch der Schiitenbezirk in Damaskus werden von Regimetruppen kontrolliert.