Demonstranten auf der Anti-Flüchtlingskundgebung in Berlin © Paul Zinken/dpa

Etwa 3.000 Rechtspopulisten, Neonazis und Rechtsextreme haben in Berlin gegen Angela Merkels Politik demonstriert. Sie zogen durch das Regierungsviertel und skandierten Parolen gegen Flüchtlingsheime, "Merkel muss weg", "Wir sind das Volk" und "Lügenpresse". Die Zahl der Teilnehmer war etwa zehnmal so hoch wie von den Behörden erwartet. Etwa 1.000 Menschen demonstrierten gegen den Aufmarsch.

Es kam zu kleineren Zusammenstößen mit der Polizei. Insgesamt waren nach offiziellen Angaben 1.300 Polizisten im Einsatz. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) und der Verfassungsschutz hatten in den vergangenen Tagen von einer erwarteten Teilnehmerzahl im unteren dreistelligen Bereich gesprochen.

Deutlich erkennbar waren bei dem Marsch ganze Gruppen von Neonazis, Hooligans, sogenannten Reichsbürgern, Pegida-Sympathisanten und auch Rocker. Einige schwenkten Deutschland-Fahnen, aber auch nachgeahmte Reichskriegsflaggen, russische Nationalflaggen und Fahnen aus Brandenburg und Sachsen. Sie zogen vom Hauptbahnhof entlang der Spree, vorbei am ARD-Hauptstadtstudio und dem Reichstagsgebäude bis fast ans Brandenburger Tor.

Rechte Kleinpartei als Veranstalter

Die Demonstrationsstrecke war zu den Seiten mit Gittern abgesperrt. Einen Versuch von rund 200 Protestierern, die Rechten zu blockieren, unterband die Polizei mit dem Einsatz von Reizgas. An vielen Absperrungen standen sich Rechtsextremisten und Gegendemonstranten aggressiv gegenüber. Besonders Neonazis drohten mit Gewalt, nur die Anwesenheit der Polizei verhinderte Angriffe und Schlägereien.

Der Aufzug war laut dem Tagesspiegel von einem Mitarbeiter der rechtsextremen Kleinpartei Bürgerbewegung Pro Deutschland angemeldet worden. Demnach haben die Veranstalter auf Facebook rechte und sinnfreie Forderungen veröffentlicht. So hieß es: "Wir fordern eine gezielte Förderung der Talente unserer Kinder", die "EU-Diktatur" wurde abgelehnt, "Grenzkontrollen in der gesamten EU" gefordert. Die AfD habe sich offiziell nicht an der Demo beteiligt, als Redner sei aber mit Phillip Christ ein Hamburger AfD-Politiker angekündigt gewesen.

Aufgerufen zum Gegenprotest hatten unter anderem Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, linke Gruppen und der Türkische Bund. Auf Transparenten hieß es unter anderem "Asyl ist ein Grundrecht. Rassismus nicht".

Berlin - Demonstration gegen Flüchtlinge Tausende Menschen haben vor dem Brandenburger Tor gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung demonstriert. Laut Angaben der Polizei kamen deutlich mehr Teilnehmer, als zuvor erwartet.