Ein Heroinsüchtiger in einem Konsumraum in Berlin © Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist nach Informationen der Welt am Sonntag erheblich gestiegen. Im Jahr 2015 habe es 1.226 rauschgiftbedingte Todesfälle gegeben und damit 18,8 Prozent mehr als im Jahr davor, meldete die Zeitung unter Berufung auf eine interne Erhebung des Bundeskriminalamts (BKA).

Der größte Anstieg wurde demnach in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland registriert. Dort habe die Zahl der Drogentoten mehr als doppelt so hoch gelegen wie noch im Jahr 2014. Gemessen an der Einwohnerzahl seien die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen am stärksten betroffen, schreibt das Blatt.

Neben der Zahl der Toten sei auch die Zahl der erstmals registrierten Konsumenten harter Drogen gestiegen, insgesamt um knapp vier Prozent. "Der Großteil entfällt dabei auf Betäubungsmittel wie Amphetamin, aber auch Heroin und Kokain sind auf dem Vormarsch", berichtete die Zeitung. Dagegen sei die Zahl der erstmals polizeilich erfassten Konsumenten der besonders gefährlichen Droge Crystal Meth zurückgegangen.

spudnique
Ein ganz normaler Tag mit Drogen

Ein ganz normaler Tag mit Drogen

Kaffee zum Frühstück, die Zigarette danach – und vielleicht noch eine Nase Koks. Was Sie über Alltagsdrogen wissen sollten.

Laden …

Drogen

Ständig drauf

Morgens trinken sie Kaffee, schnorren sich in der Pause eine Zigarette und ziehen nach der Vorlesung an einem Joint. Dann ein Feierabendbier und zum Vorglühen Wodka Energy – Tausende Menschen leben mit dem Rausch, jeden Tag. Wie gefährlich ist das?

Laden …

32.000-mal Rausch: Das ist die Bilanz

ZEIT ONLINE fragt seine Leser regelmäßig, wie viel sie rauchen, kiffen, trinken, koksen. Zuletzt haben wir 32.000 Antworten bekommen. Eine gute Basis, um sich den Drogenalltag vieler Menschen mal genauer anzuschauen.

Laden …
Laden …

Nein, so schnell geht das nicht. Etwa 120 Tassen (à 150 Milliliter) bräuchten Sie, um sich zu gefährden. Vorher würden Sie aber Herzrasen und ein hoher Blutdruck wohl vom Weitertrinken abhalten.

Laden …

Dann folgen Sie den Vorgaben: Frauen sollten pro Tag maximal 0,25 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein trinken. Männer nicht mehr als das Doppelte. Für alle gilt: Mindestens zwei Tage Abstinenz pro Woche. Das Problem: Die meisten halten sich nicht dran.

Laden …

Na ja. Es stimmt, Pharmakologen schätzen die Gefahren für den einzelnen geringer ein als durch Alkohol. Aber Gras ist, wie jede Droge, auch gefährlich. Es kann zum Beispiel Wahnvorstellungen auslösen. Tägliches Kiffen ist keine gute Idee und schädigt – genau wie alles, was geraucht wird – die Lungen.

Laden …

Stimmt. 2008 befragten US-Forscher Barbesucher, ob sie Getränke mit Energy Drinks getrunken hatten oder einfache alkoholische Getränke. Wer gemischt hatte, blieb länger, trank mehr und fühlte sich öfter fahrtüchtig als die nicht energiegeladenen Trinker.

Laden …
Laden …


In den beiden vorangegangenen Jahren war jeweils ein Anstieg drogenbedingter Todesfälle im einstelligen Prozentbereich verbucht worden. Für das Jahr 2014 hatte das BKA 1.032 Rauschgifttote in Deutschland gezählt, das entsprach einer Steigerung um drei Prozent. Im Jahr 2013 wurden 1.002 Tote erfasst – mit einem Plus von sechs Prozent wurde damals zum ersten Mal seit sechs Jahren eine Zunahme registriert.