Die Kriminalpolizei Gotha hat nach der Detonation die Ermittlungen aufgenommen. © Sebastian Willnow/dpa

Im thüringischen Eisenach ist vor einem Wohnhaus für Flüchtlinge eine Rohrbombe gezündet worden. Auf dem selbst gebauten Sprengsatz in der Größe von 40 mal 8 Zentimetern sei ein Hakenkreuz gewesen, teilte die Polizei mit. In dem Wohnhaus waren syrische Flüchtlinge untergebracht. Laut Polizei wurde niemand verletzt. Auch das Gebäude sei durch die Detonation nicht beschädigt worden.

Der Vorfall wurde der Polizei am Samstagabend gemeldet, er ereignete sich jedoch bereits in der Nacht zum 4. März. Die Kriminalpolizei ermittelt nun und prüft einen fremdenfeindlichen Hintergrund. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder fremdenfeindliche Angriffe auf Asylbewerber und deren Unterkünfte.

Vor allem die im Februar in Sachsen verübten Übergriffe hatten bundesweit Kritik hervorgerufen. In Clausnitz blockierte eine pöbelnde Menschenmenge einen Bus mit Flüchtlingen. In Bautzen hatten Schaulustige den Brand in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft bejubelt.

Laut der Umfrage Deutschlandtrend für die ARD-Tagesthemen schämt sich die große Mehrheit der Deutschen für die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge – das gaben 83 Prozent der Befragten an. Allerdings sank dieser Wert im Vergleich zu einer Umfrage im September um vier Punkte.