Sicherheitskräfte wachen am Strand nach dem Anschlag in Groß Bassam © Joe Penney/Reuters

Bei Anschlägen auf drei Hotels in der Elfenbeinküste sind mindestens 22 Menschen getötet worden. Darunter seien 14 Zivilisten, zwei Soldaten und sechs Angreifer, teilte die Regierung mit. Mehrere bewaffnete Männer hatten in Groß-Bassam, rund 40 Kilometer südöstlich der Wirtschaftsmetropole Abidjan, das Feuer auf Hotelbesucher eröffnet. Auch westliche Ausländer seien gestorben, teilte die Polizei mit.

Eine Splittergruppe von Al-Kaida bekannte sich zu den Anschlägen, wie der französische Radiosender RFI und die Zeitung Libération übereinstimmend berichteten. In einer kurzen Erklärung im Internet sprach die Gruppierung von insgesamt "drei Helden", die die Angriffe verübt hätten. Die Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb ist unter anderem in Mali, Marokko, Tunesien und Algerien aktiv.

Der Zeitung Le Monde Afrique zufolge hätten die Angreifer unmittelbar vor der Attacke "Allah ist groß" gerufen. Ein Augenzeuge berichtete, wie mehrere schwerbewaffnete Angreifer zunächst am Strand des Badeorts das Feuer auf Badegäste eröffneten. "Wir waren am Strand, wir haben Schüsse gehört und Menschen weglaufen gesehen, und uns ist klar geworden, dass das ein Angriff ist", sagte er.

Offenbar setzten die vermummten Männer anschließend ihre Angriffe auf die angrenzenden Hotels im französischen Viertel des Orts fort. Ein libanesischer Gast des Hotels Etoile du Sud erzählte, dass ein Angreifer mit einer Kalaschnikow und einem Gürtel mit Granaten bewaffnet gewesen sei. Andere berichteten, wie Gäste aus den Hotels in Sicherheit gebracht wurden. Ein Polizist sagte später, die Fahndung nach den Angreifern laufe noch, doch seien die Hotels "gesichert". Die Armee riegelte die Umgebung ab.

Zuletzt waren bei Angriffen auf Hotels in den Nachbarländern Mali und Burkina Faso zahlreiche Menschen getötet worden. Schon damals warnten Beobachter, Islamisten könnten auch den Senegal oder die Elfenbeinküste attackieren.