Flüchtlinge steigen in Passau in einen Sonderzug nach Düsseldorf. © Angelika Warmuth/dpa

Die Zahl der Grenzübertritte von Migranten und Flüchtlingen nach Deutschland sind im Monat März drastisch gesunken. Die Bundespolizei registrierte bundesweit vom 14. bis 16. März pro Tag jeweils 100, 83 und 78 Einwanderer, sagte ein Sprecher der Behörde ZEIT ONLINE. In den Monaten zuvor waren die Zahlen noch deutlich höher.

Vom 14. bis zum 16. Februar zählte die Bundespolizei jeweils 2.723, 2.042 und 797 Menschen. Von Mitte des vergangenen Monats an seien die Zahlen dann dauerhaft in den dreistelligen Bereich gesunken. Im Januar noch hatte die Bundespolizei fast durchgängig Grenzübertritte im vierstelligen Bereich gezählt.

Idomeni - Flüchtlinge kritisieren Vorgehen mazedonischer Grenzschützer Mazedonien hat nach eigenen Angaben rund 1.500 Migranten, die versucht hatten über die grüne Grenze zu kommen, nach Griechenland zurückgeschickt. Im Notlager Idomeni sitzen weiter mehr als 12.000 Menschen fest.

Der deutliche Rückgang der Flüchtlingsankünfte ist offenbar auf die Grenzschließung mehrerer Staaten der sogenannten Balkanroute zurückzuführen. Seit Ende Februar wurden am Übergang zwischen Mazedonien und Griechenland nur noch Syrer und Iraker durchgelassen, seit Anfang März ist die Grenze für Migranten vollständig geschlossen. Die Balkanroute war bisher die Haupttransitstrecke für Flüchtlinge, die über die Türkei und Griechenland nach Deutschland und Mitteleuropa gelangen wollten.

Anfang April genaue Statistiken

Auch der Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, bestätigte bereits am Mittwoch auf einem Integrations-Kongress in Berlin, dass die Ankünfte stark gesunken seien. Genaue Zahlen wollte Weise jedoch nicht nennen. Er sagte aber, die Ankünfte seien im Vergleich zum Jahresende 2015 um etwa ein Drittel gefallen.

Das Bundesinnenministerium veröffentlicht jeweils zum Monatsbeginn die aktuellen Zahlen des Vormonats. Erst Anfang April sind daher umfassende Statistiken zu erwarten, die die Registrierungen der unterschiedlichen Behörden zusammenfassen.