Die italienische Küstenwache hat seit Jahresbeginn deutlich mehr Flüchtlinge aus Seenot gerettet als im vergangenen Jahr. In den ersten drei Monaten seien fast 16.100 Menschen von seeuntüchtigen Schleuserbooten zwischen Libyen und Sizilien in Sicherheit gebracht worden, teilte das Innenministerium mit. Das waren den Angaben zufolge fast 6.000 mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Allein am Dienstag seien bei elf Einsätzen mehr als 1.500 Menschen gerettet worden, hieß es weiter. Die Küstenwache habe sich dabei mit der italienischen Marine und der EU-Rettungsmission abgestimmt. Am Osterwochenende waren bereits rund 1.500 Flüchtlinge vor der libyschen Küste aufgegriffen worden.

Die meisten der Flüchtlinge kommen aus Afrika und haben sich von Libyen aus auf den Weg nach Europa gemacht. Fachleute gehen davon aus, dass bei wärmerem Wetter wieder mehr Menschen den Weg über das Mittelmeer nach Süditalien antreten.

Seit Beginn 2015 erreichten insgesamt mehr als 1,2 Millionen Menschen aus arabischen Ländern, Afrika und Asien das europäische Festland. Die meisten von ihnen nutzten die inzwischen geschlossene Balkanroute. Nach den jüngsten Statistiken des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind seit Jahresbeginn rund 17.500 Menschen über das Mittelmeer nach Italien gelangt.

Fluchtrouten - Flüchtlinge und die Schleuserindustrie 2015 haben nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen über eine Millionen Flüchtlinge Europa erreicht. Die meisten von ihnen sind angewiesen auf Schleuser, die ihnen einen Platz auf einem Boot oder Transporter vermitteln.