Nach einem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag ist in der südfranzösischen Stadt Nizza ein Lastwagen in eine Menschenmenge gerast und hat dabei Dutzende Menschen getötet. Die zuständige Präfektur halte ein Attentat für möglich und habe die Bevölkerung aufgerufen, zuhause zu bleiben, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Die Behörden gehen inzwischen von mindestens 60 Toten aus. Der Lastwagen habe auf einer Strecke von zwei Kilometern Menschen überfahren, teilte Staatsanwalt Jean-Michel Prêtre. Die Opferzahl könnte noch steigen. Nach Angaben des Staatsanwalts sind die 60 Toten eine vorläufige Zählung der Feuerwehr. Wie der Fernsehsender BFMTV berichtet sind mindestens 100 weitere Menschen verletzt. Der Fahrer des Lastwagens sei niedergeschossen worden. Der Polizeieinsatz läuft noch.

Der französische Präsident François Hollande kehrte umgehend aus Avignon nach Paris zurück, um an einer Sitzung des Krisenstabs im Innenministerium teilzunehmen. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Élysée-Palast meldete, sprach Hollande zuvor mit Ministerpräsident Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve.

Die Zeitung Nice Matin schrieb auf ihrer Internetsetseite, auf der berühmten Uferstraße Promenade des Anglais habe Panik und Verwirrung geherrscht. In Sozialen Medien kursierten Aufnahmen, die zeigen, wie Menschen wegrennen. Einige meinten, Schüsse gehört zu haben. Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, forderte die Bürger der Stadt via Twitter auf, zu Hause zu bleiben.

Unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen hat Frankreich den Nationalfeiertag begangen. Für die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées in Paris waren rund 11.500 Sicherheitskräfte mobilisiert wurden. Am Nationalfeiertag wird jedes Jahr der Erstürmung des Pariser Bastille-Gefängnisses am 14. Juli 1789 gedacht, die als Beginn der Französischen Revolution gilt.