Die italienische Küstenwache hat gemeinsam mit Hilfsorganisationen und Marineschiffen aus EU-Partnerländern allein am Dienstag rund 4.500 Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Insgesamt hätten die Schiffe im Meeresgebiet zwischen Italien und Nordafrika binnen eines Tages 30 Rettungseinsätze geleistet, teilte die Küstenwache am Abend mit. 

Der größte Einsatz war nahe einem kaum seetüchtigen Schiff, auf dem 435 Migranten – unter ihnen 124 Frauen und 18 Kinder – die gefährliche Überfahrt nach Europa gewagt hätten, hieß es in der Erklärung. Insgesamt fünf Schiffe der italienischen Küstenwache hätten Flüchtlinge aufgenommen. Auch Schiffe von EU-Partnerstaaten und Hilfsorganisationen seien Migranten zur Hilfe gekommen, die zum Teil in Schlauchbooten unterwegs waren.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben in diesem Jahr mehr als 227.000 Migranten Europa auf dem Seeweg erreicht – davon kamen mehr als 67.000 in Italien an, in etwa so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei den Überfahrten habe es bisher 2.920 Todesfälle gegeben, die überwiegende Mehrheit auf der zentralen Mittelmeerroute nach Italien, wie die IOM am Dienstag mitteilte. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres waren demnach gut 1.800 Migranten auf See gestorben.