Bei einer Serie von Anschlägen im Südosten der Türkei sind bis zu zehn Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere wurden verletzt. Medien gaben die Zahl der Verletzten mit 54 an. Unter den Opfern seien viele Sicherheitskräfte, jedoch auch Zivilisten, meldete der Sender CNN Türk. Aus Regierungskreisen hieß es, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sei für die Attentate verantwortlich. Zunächst bekannte sich niemand zu den Taten.

Mindestens vier Menschen seien bei einem Bombenanschlag auf ein Polizeifahrzeug in der mehrheitlich kurdischen Stadt Diyarbakır getötet worden, hieß es aus Behördenkreisen. Ebenfalls vier Tote sowie neun Verletzte gab es in der vorwiegend kurdischen Provinz Şırnak nahe der Grenze zum Irak. Alle Opfer seien Soldaten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Laut der privaten Agentur Dogan schossen die PKK-Rebellen von irakischer Seite der Grenze aus Raketen auf Militärfahrzeuge der Türken. Zudem hätten sie selbst gebaute Sprengsätze gelegt.

Eine solche Sprengfalle sei auch nahe der Stadt Kızıltepe in der Provinz Mardin detoniert, hieß es aus Behördenkreisen. Türkische Medien berichteten von mindestens zwei Toten, Regierungskreisen von drei Todesopfern. Zudem seien mindestens 25 Menschen verletzt worden.

Seit dem Ende des Friedensprozesses im Sommer 2015 gibt es Kämpfe zwischen dem türkischen Militär und den kurdischen Rebellen. Die PKK  verübt Anschläge. Nach dem Putschversuch vor mehr als drei Wochen waren auch für die Offensive verantwortliche Militärs festgenommen worden. Die Zahl der PKK-Anschläge ging zunächst zurück. Experten vermuten jedoch, dass die Organisation die Zeit lediglich nutzte, um sich neu zu formieren. 

Seit Beginn der Kämpfe vor einem Jahr wurden mehr als 600 Sicherheitskräfte sowie Tausende PKK-Kämpfer getötet. Zudem kamen Menschenrechtsorganisationen zufolge Hunderte Zivilisten ums Leben.