Der Gouverneur des US-Bundesstaates Wisconsin, Scott Walker, hat die Nationalgarde in Alarmbereitschaft versetzt. Er sei vom Sheriff der Stadt Milwaukee nach den Ausschreitungen darum gebeten worden, teilte Walker mit. Milwaukees Bürgermeister Tom Barret sagte, die Soldaten der Nationalgarde würden nur dann eingesetzt, wenn die Polizei dies einfordere. Nach seinen Angaben sind 125 Nationalgardisten auf dem Weg in die Stadt.

Zuvor hatten rund 200 Demonstranten in Milwaukee rund 130 Kilometer nördlich von Chicago randaliert. Einige Demonstranten hatten Ziegelsteine auf Polizisten geworfen, vier Beamte wurden verletzt, einer von ihnen kam mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus.

Die Krawalle waren eine Reaktion auf die tödlichen Schüsse eines Polizisten auf einen Verdächtigen. Nach Polizeiangaben hatten Streifenbeamte ein verdächtiges Fahrzeug angehalten, die beiden Insassen flüchteten daraufhin zu Fuß. Einer von ihnen, ein 23-Jähriger, habe eine Waffe in der Hand gehabt und sich geweigert, sie fallen zu lassen. Daraufhin habe einer der Beamten auf ihn geschossen und ihn getötet.

In der jüngsten Vergangenheit ist es in den USA häufiger zu teils gewalttätigen Protesten gegen exzessive Polizeigewalt gegen Schwarze gekommen. Bei einer Demonstration erschoss ein Schwarzer in Dallas Anfang Juli fünf weiße Polizisten aus dem Hinterhalt. Als Motiv soll er Hass auf weiße Polizisten angegeben haben. In der Stadt Baton Rougetötete wenig später ein Heckenschütze drei Beamten.