So unterschiedlich die in Deutschland lebenden Geflüchteten auch sind, so teilen die meisten dennoch die gleichen Werte: Freiheit, Sicherheit, Familie und Arbeit sind für die meisten Flüchtlinge neuen Studien zufolge am wichtigsten. Auch zur Demokratie bekennen sich die Geflüchteten deutlich, berichtet  der Tagesspiegel über eine Studie der Berliner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW), die am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Demnach wünschen sich die meisten, in Deutschland eine neue Heimat zu finden. Dafür seien sie auch bereit, in Sprache und vor allem Bildung zu investieren. Insgesamt haben die befragten Geflüchteten demnach überwiegend konservative  Wertvorstellungen und eine konservative politische Einstellung. Doch ist die Studie nicht repräsentativ, sondern zeigt eher einen Ausschnitt. Wie die Zeitung berichtet, wurden laut HMKV rund 1.000 Fragebögen in den Sprachen Farsi (Persisch), Arabisch und Englisch in zwei Berliner Flüchtlingsunterkünften des Deutschen Roten Kreuzes verteilt. Und davon wurden nur 445 beantwortet zurückgegeben.

Allerdings decken sich die inhaltlichen Ergebnisse mit denen einer Studie des Migrationsforschers Herbert Brückner vom  Name vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Auch diese Untersuchung hatte sich unter anderem mit den Werten von in Deutschland lebenden Flüchtlingen beschäftigt. Demnach schätzen die Befragten neben den hierzulande gültigen Menschenrechten, der Freiheit und Sicherheit vor allem die verlässliche Gesetzgebung, die in der Gesellschaft vorherrschenden Sekundärtugenden wie Disziplin sowie die Einhaltung eines für alle gültigen Regelkanons, heißt es in der Studie. Sehr wichtig ist den Menschen auch, dass Deutschland "eine hohe Bildungsperspektive" biete. Entsprechend stark ist der Wunsch, bald Arbeit zu finden und finanziell unabhängig zu sein.

Zugleich sind die Geflüchteten stark an der deutschen Kultur interessiert und wünschen sich engeren Kontakt und Freundschaften mit Deutschen. Doch das fällt vielen schwer. Als Grund nennen die Befragten ihre noch fehlenden Sprachkenntnisse.

Weniger Zustimmung für Gleichberechtigung

Auffällig ist allerdings, dass sich besonders die befragten Männern schwer damit tun, sich zur Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen zu bekennen. Zwar tolerieren viele die größere Freiheit deutscher Frauen. Die gleiche Freiheit würden viele der befragten jungen Männer in dieser Form aber nicht ihren Müttern, Schwestern und Ehefrauen zugestehen. "Junge Männer fühlen sich in der Verantwortung für ihre Mutter und ihre Schwestern und zeigen eine paternalistische Grundhaltung", heißt es in der Studie.

In der Berliner HMKW-Untersuchung wurden die Umfrage-Teilnehmer auch zu ihrer Einstellung zu noch sensibleren Themen befragt. "In anti-liberalen Einstellungen zu (Homo-)Sexualität, Ehe und Partnerschaft, ja selbst zu Wohn- oder Lebensformen wie einer WG zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Flüchtlingen und der deutschen Mehrheitsgesellschaft", zitiert der Tagesspiegel aus der Studie. Zudem hätten einige Teilnehmer auch rechtspopulistischen oder autoritär orientierten Aussagen zugestimmt.