In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo sind mehrere von Rebellen kontrollierte Viertel nach Angaben von Aktivisten bombardiert worden. Auch Gebäude der mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichneten zivilen Hilfsorganisation der Weißhelme seien bei den Luftangriffen am Donnerstagabend und Freitagmorgen getroffen worden, teilten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und ein Helfer mit. Das syrische Militär hatte zuvor neue Offensiven auf die von Rebellen gehaltenen Viertel im Osten der Stadt angekündigt.

US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow vereinbarten für den heutigen Freitag weitere Gespräche, um eine Lösung für den seit 2011 währenden Konflikt zu finden. Zuvor war eine diplomatische Initiative der aus mehr als 20 Staaten bestehenden Syrien-Unterstützergruppe gescheitert. Die syrische Armee hatte am Montagabend eine von Russland und den USA ausgehandelte Waffenruhe nach sieben Tagen für beendet erklärt.

Angaben über Tote oder Verletzte der jüngsten Luftangriffe gab es zunächst nicht. Mit den Luftangriffen bereitet die syrische Armee offenbar eine Bodenoffensive vor, um den Osten der zwischen Regierungstruppen und Rebellen geteilten Stadt zurückzuerobern. Rami Abdurrahman, der Leiter der Beobachtungsstelle, sagte am Freitag, Regierungstruppen hätten in Aleppo Gebäude an der Front eingenommen und Rebellen in den südlichen Stadtteil Al-Amirian zurückgedrängt.

Ibrahim Alhadsch, ein Mitglied des syrischen Zivilschutzes, bestätigte die Bewegungen der Regierungstruppen. Die Bombardements hätten am Freitagmorgen zwei Zivilschutzzentren in Rebellenvierteln getroffen, eines sei nun außer Betrieb.