Noch nie haben in Deutschland so viele Menschen mit einem Migrationshintergrund gelebt wie zur Zeit. Mehr als jeder fünfte Einwohner, also etwa 21 Prozent, gehörte 2015 zu dieser Gruppe, teilte das Statistische Bundesamt mit. Insgesamt lebten 17,1 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik. Das waren 4,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der größte Teil der Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr nach Deutschland kamen, ist in dieser Erhebung noch nicht erfasst.

Für die Statistiker hat ein Mensch einen Migrationshintergrund, "wenn er selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde". Dazu zählen Ausländer, Eingebürgerte und Spätaussiedler und ihre als Deutsche geborenen Nachkommen.

Die Menschen mit Migrationshintergrund sind im Durchschnitt deutlich jünger als die Einwohner ohne ausländische Wurzeln. So hatte laut der Statistik jeder Dritte unter 18 Jahren einen Migrationshintergrund. Am höchsten war der Anteil bei Kindern unter fünf Jahren mit 36 Prozent.

Auf dem Arbeitsmarkt haben Menschen mit Migrationshintergrund deutlich mehr Schwierigkeiten. In der Altersgruppe der 25- bis unter 65-Jährigen waren sie seltener erwerbstätig und arbeiteten fast doppelt so häufig als Arbeiter.

Auch im Bildungsstand zeigen sich erhebliche Unterschiede. Menschen mit Migrationshintergrund hatten häufiger keinen Schulabschluss oder nur einen Hauptschulabschluss. Zudem hatten sie dreimal häufiger keinen Berufsabschluss. Bei den akademischen Abschlüssen gab es dagegen fast keine Unterschiede mehr.