Unbekannte haben in Brandenburg einen Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge verübt. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden zwei Brandsätze gegen ein Fenster des Heims in Jüterbog geworfen, teilte die Polizeidirektion West mit. Verletzt wurde niemand. 

Der Brandsatz traf das Fenster eines unbewohnten Abstellraums. Die Doppelverglasung wurde nicht komplett durchschlagen. Ein Betreuer der Einrichtung hatte ein Geräusch gehört und an der Außenfront Flammen entdeckt. Diese wurden von Mitarbeitern ausgetreten. Die Schadenssumme beläuft sich nach Polizeiangaben auf rund 1.500 Euro. Auf Bildern der Zeitung Märkische Allgemeine sind Verrußungsspuren am Gebäude und auf dem Rasen zu sehen.

Spezialisten der Kriminalpolizei und des Staatsschutzes nahmen laut rbb die Ermittlungen auf. Die Einrichtung werde nun von der Polizei überwacht. In der Unterkunft leben nach Informationen des Senders derzeit 20 junge Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten im Alter zwischen 15 und 17 Jahren.

Ein Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft ereignete sich zuletzt am frühen Mittwochmorgen, als Unbekannte brennbares Material an der Eingangstür eines Heims in Köthen in Sachsen-Anhalt in Brand setzten. Die Tür fing Feuer, konnte aber von Mitarbeitern der Unterkunft gelöscht werden. Zudem wurde ein Fenster beschädigt, laut Polizeisprecher durch einen Steinwurf. Verletzt wurde niemand, die Täter konnten fliehen. Inzwischen liegt der Fall beim Staatsschutz, der für politische Kriminalität zuständig ist.

Seit dem vergangenen Jahr hat die Gewalt gegen Flüchtlinge massiv zugenommen – ohne dass die Polizei die Täter der zahlreichen Anschläge überführen kann: So ergab eine Recherche von ZEIT ONLINE und DIE ZEIT, dass nach bundesweit 222 Angriffen im Jahr 2015 bis Ende November nur 41 Tatverdächtige ermittelt werden konnten.