Die ARD plant nach Informationen der Bild-Zeitung die Zusammenlegung mehrerer Landesrundfunkanstalten. Eine von den Ministerpräsidenten eingesetzte Arbeitsgruppe befürworte eine Bündelung zu vier größeren Anstalten, berichtet die Zeitung. Den Plänen zufolge wären das die Anstalten Süd, Nord, West und Ost. Wer mit wem im Einzelnen fusioniert werden solle, sei noch offen, heißt es in dem Bericht. Sicher wäre nur, dass etwa Radio Bremen Teil der ARD-Nord mit dem NDR und der rbb aus Berlin und Brandenburg zusammen mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zur ARD Ost würden.

Die ARD wies den Bericht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als Spekulationen zurück: Er entbehre jeder Grundlage, sagt Sprecher Steffen Grimberg. Die angeblichen Pläne seien "blanker Unsinn".

ARD-Chefin Karola Wille hatte auf eine Pressekonferenz lediglich bestätigt, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vor einem "tiefgreifenden Reformprozess" stünden. "Wir müssen sehen, wie der ARD-Verbund weiter zusammen wachsen kann". Die Sendergruppe werde sich verändern, weil sie sich verändern müsse, sagte Wille und sprach vom "größten Reformprogramm" in der Geschichte der ARD.

In einem ersten Reformschritt sollen laut dem Bericht vor allem Kosten gespart werden, weil die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – mit zur Zeit mehr als acht Milliarden Euro jährlich – immer teurer werde. Experten sähen vor allem in den Bereichen Technik und Verwaltung Potenzial für Einsparungen.

Die ARD-Hauptversammlung beschloss, den "Fusions-Experten" Reinhard Binder als Leiter einer Projektgruppe "Strukturen und Prozesse" einzusetzen. Binder hatte vor 13 Jahren die Fusion des Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) und des Senders Freies Berlin (SFB) zum Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) gemanagt. Erste Ergebnisse der Projektgruppe sollen bis September 2017 vorgestellt werden.